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Martins feine Geister

Whisky, Whiskey und andere Spirits

Der Schwerpunkt des Blogs liegt bei Whisky Tastings-Notes,  aber auch Informationen und News aus der Welt der feinen Geister kommen nicht zu kurz.

Glenfarclas 180th Anniversary

Single Malt Whisky Posted on 02/10/2026 21:03
Glenfarclas 180th Anniversary

Glenfarclas 180th Anniversary – Sherry Cask mit mächtigen 59,7 % vol.

180 Jahre Glenfarclas, Sherryfässer und beinahe 60 Prozent Alkohol: Mit der Glenfarclas 180th Anniversary Edition veröffentlichte die traditionsreiche Speyside-Brennerei 2016 eine außergewöhnlich kraftvolle Jubiläumsabfüllung. Anders als der 175th Anniversary war dieser Whisky exklusiv für Taiwan bestimmt – und zeigt eine deutlich intensivere Seite des klassischen Glenfarclas-Stils.

Wer Glenfarclas kennt, verbindet die Brennerei unweigerlich mit Sherryfässern, traditioneller Whiskyherstellung und der Familie Grant.

Zum 180-jährigen Jubiläum im Jahr 2016 durfte es allerdings etwas kräftiger werden.

Der Glenfarclas 180th Anniversary wurde mit bemerkenswerten 59,7 % vol. abgefüllt. Whisky Auctioneer und Scotch Whisky Auctions führen ihn als 2016 abgefüllten Speyside Single Malt aus Sherry Casks, der speziell für den taiwanischen Markt erschien.

Damit unterscheidet er sich deutlich von anderen Jubiläumsabfüllungen der Brennerei.

Und genau das macht ihn heute besonders interessant.


Glenfarclas – seit 1836 in der Speyside

Die Geschichte von Glenfarclas beginnt im Jahr 1836, als Robert Hay eine Lizenz für seine Brennerei auf der Rechlerich Farm erhielt. 1865 folgte der entscheidende Schritt für die weitere Geschichte: John Grant erwarb Farm und Brennerei.

Seitdem ist der Name Grant untrennbar mit Glenfarclas verbunden.

Bis heute gehört Glenfarclas zu den wenigen großen schottischen Brennereien dieser historischen Größenordnung, die weiterhin unabhängig und familiengeführt sind.

Über Generationen hinweg entstand dabei ein Stil, für den die Brennerei heute weltweit bekannt ist:

kräftiger Speyside Single Malt und eine ausgeprägte Affinität zu Sherryfässern.


Tradition statt Konzernstruktur

Die Unabhängigkeit ist ein wichtiger Bestandteil der Glenfarclas-Geschichte.

Über Generationen hinweg konnte die Familie eigene Entscheidungen darüber treffen, wie viel Whisky verkauft und wie viel für die Zukunft eingelagert wurde.

Insbesondere George Scott Grant, der das Unternehmen jahrzehntelang führte, spielte dabei eine wichtige Rolle. Statt sämtliche verfügbaren Bestände an Blender zu verkaufen, wurden umfangreiche Mengen Whisky zurückgehalten.

Davon profitiert Glenfarclas bis heute.

Der außergewöhnliche Bestand älterer Fässer ermöglichte unter anderem die Family Casks und verschiedene historische Jubiläumsabfüllungen.

Beim 180th Anniversary schlug Glenfarclas allerdings einen etwas anderen Weg ein.


2016 – 180 Jahre Glenfarclas

1836 begann die offizielle Geschichte der Brennerei.

180 Jahre später, im Jahr 2016, erschien der Glenfarclas 180th Anniversary.

Die Abfüllung ist bei Whiskybase unter der ID WB92063 dokumentiert. Dort finden sich folgende Eckdaten:

Single Malt, Originalabfüllung, 2016, 59,7 % vol., 700 ml und exklusiv für Taiwan. Whiskybase führt die Abfüllung außerdem unter der Bezeichnung „Dragon Label“.

Auch Whisky Auctioneer dokumentiert den Whisky als Taiwan Edition und nennt ausdrücklich Sherry als Fasstyp.

Damit haben wir es nicht mit der weltweit vertriebenen großen Jubiläumsabfüllung zu tun, wie man vielleicht zunächst vermuten könnte.

Der 180th Anniversary war eine Sonderedition für den taiwanischen Markt.


Warum ausgerechnet Taiwan?

Taiwan hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem bedeutenden Markt für hochwertigen Scotch Whisky entwickelt.

Glenfarclas veröffentlichte dort sogar mehrere aufeinanderfolgende Anniversary Editions.

Scotch Whisky Auctions dokumentiert beispielsweise ein Set mit drei Taiwan-exklusiven Jubiläumsabfüllungen:

178th Anniversary – 48,8 % vol.
179th Anniversary – 50,6 % vol.
180th Anniversary – 59,7 % vol.

Damit lässt sich der 180er auch als Abschluss dieser kleinen Taiwan-Jubiläumsserie betrachten.

Optisch fällt insbesondere das asiatisch gestaltete Dragon Label ins Auge – eine Gestaltung, die die Exklusivität für diesen Markt zusätzlich unterstreicht.


Sherry Cask Strength

Besonders interessant wird die Abfüllung durch ihre Kombination aus Sherryfassreifung und 59,7 % vol.

Ein taiwanischer Händler führt sie ausdrücklich als „Glenfarclas Anniversary 180th Sherry Cask Strength“.

Eine weitere taiwanische Produktbeschreibung bezeichnet den Whisky ebenfalls als aus Sherry-Eichenfässern stammend und beschreibt ihn trotz seiner 59,7 % vol. als vollmundig, süß und vergleichsweise geschmeidig.

Das passt grundsätzlich hervorragend zu Glenfarclas.

Denn kräftige Sherryabfüllungen gehören seit Jahrzehnten zum Kern der Brennerei.

Man denke nur an den Glenfarclas 105.

Doch der 180th Anniversary ist eben kein regulärer 105, sondern eine eigenständige Jubiläumskomposition.


Keine Altersangabe – und nur wenige Informationen über die Fässer

An dieser Stelle ist etwas Zurückhaltung wichtig.

Für den Glenfarclas 180th Anniversary lässt sich keine offizielle Altersangabe verifizieren.

Auch detaillierte Angaben darüber, wie viele Fässer verwendet wurden, aus welchen Jahrgängen sie stammen oder welche konkrete Sherryart zuvor darin lagerte, sind in den belastbaren Quellen nicht dokumentiert.

Deshalb würde ich hier bewusst nicht spekulieren.

Sicher dokumentiert sind dagegen:

Sherry Casks, 59,7 % vol., Abfülljahr 2016 und Taiwan-Exklusivität.

Gerade bei einer heute seltenen historischen Sonderabfüllung ist mir diese Trennung zwischen belegten Fakten und Vermutungen wichtig.


Glenfarclas 180th Anniversary – die Fakten

MerkmalGlenfarclas 180th Anniversary
BrennereiGlenfarclas
RegionSpeyside, Schottland
KategorieSingle Malt Scotch Whisky
Abfüllung2016
AlterNAS
FasstypSherry Casks
Alkoholgehalt59,7 % vol.
Flaschengröße700 ml
AbfüllerOriginalabfüllung
MarktTaiwan Exclusive
BezeichnungDragon Label / Taiwan Edition

Die wichtigsten Eckdaten werden von Whiskybase, Whisky Auctioneer und Scotch Whisky Auctions übereinstimmend dokumentiert.


Verkostung des Glenfarclas 180th Anniversary

Farbeindruck

Sattes Gold.

Für einen als „Sherry Cask“ bezeichneten Whisky ist der Farbton bemerkenswert, da man zunächst eine deutlich dunklere Abfüllung erwarten könnte.

Die Farbe allein sagt jedoch wenig über Intensität oder Qualität der Fassreifung aus.

Duft

In der Nase zeigt sich der Whisky ungewöhnlich.

Das Profil erinnert an Holz, erdige und herbe Noten, Tee sowie erloschene Zigarre. Mit Wasser verändert es sich deutlich.

Damit entspricht der 180er nicht dem klassischen Glenfarclas-Profil aus Rosinen, Pflaumen und Weihnachtskuchen.

Stattdessen wirkt er kantiger und eigenständiger.

Gaumen

Am Gaumen zeigt er sich deutlich süßer und zugänglicher.

Prägend sind:

Walnuss, Haselnuss, Melasse, Treacle Toffee und geröstetes Malz.

Die 59,7 % vol. verleihen ihm spürbaren Druck.

Trotz der hohen Alkoholstärke bleibt der Whisky überraschend geschmeidig, vollmundig und süß.

Seine enorme Stärke äußert sich somit nicht zwangsläufig als aggressive alkoholische Schärfe.

Nachklang

Der Nachklang ist lang, würzig und kraftvoll.

Besonders deutlich treten Chili, Paprika und Kaffee hervor.

So endet der Glenfarclas 180 deutlich trockener und würziger, als die Bezeichnung „Sherry Cask“ zunächst erwarten lässt.


Ein Whisky, der Wasser verträgt

Bei 59,7 % vol. würde ich diesen Glenfarclas keinesfalls nur in einem Durchgang pur beurteilen.

Ein erster kleiner Schluck ohne Wasser zeigt, wie die Abfüllung ursprünglich komponiert wurde.

Danach lohnt sich das Experiment.

Einige Tropfen Wasser können Alkoholstärke und Struktur verändern und zusätzliche Aromen freilegen. Gerade beim 180th Anniversary scheint Wasser einen deutlichen Einfluss auf das Aromaprofil zu haben. Auch die Verkostung von Whiskyfun beschreibt erhebliche Veränderungen nach der Zugabe von Wasser. Whiskyfun

Ich würde deshalb mit wenigen Tropfen beginnen, dem Whisky etwas Zeit geben und anschließend vorsichtig weiter verdünnen.

Bei fast 60 % vol. gibt es genügend Spielraum.


175th vs. 180th Anniversary

Besonders spannend wird der 180er im direkten historischen Vergleich mit dem Glenfarclas 175th Anniversary.

Der 175er erschien 2011 mit vergleichsweise sanften 43 % vol. und verband Whisky aus sechs verschiedenen Jahrzehnten.

Der 180er geht einen völlig anderen Weg:

175th Anniversary: 43 % vol., sechs Jahrzehnte, harmonisch und elegant.

180th Anniversary: 59,7 % vol., Sherry Casks, Taiwan Exclusive, kraftvoll und würzig.

Allein daran lässt sich erkennen, dass Glenfarclas seine Jubiläumsabfüllungen nicht einfach nach einem immer gleichen Rezept produziert.

Jede Edition besitzt ihren eigenen Charakter.


Und wie passt der 185th Anniversary dazu?

Fünf Jahre später erschien zum 185-jährigen Jubiläum erneut eine vollkommen anders konzipierte Abfüllung.

Der Glenfarclas 185th Anniversary wurde mit 46 % vol. abgefüllt.

Damit ergibt sich eine interessante Entwicklung:

2011 – Glenfarclas 175th Anniversary: 43 % vol.
2016 – Glenfarclas 180th Anniversary: 59,7 % vol.
2021 – Glenfarclas 185th Anniversary: 46 % vol.

Der 180er fällt in dieser Reihe sofort auf.

Er ist der Kraftprotz unter den drei Jubiläumsabfüllungen.


Für wen ist der Glenfarclas 180th Anniversary interessant?

Diese Abfüllung richtet sich heute meiner Meinung nach vor allem an erfahrene Whiskyfreunde.

Wer einen besonders sanften Speyside Single Malt für den Einstieg sucht, dürfte mit anderen Glenfarclas-Abfüllungen besser bedient sein.

Spannend wird der 180er dagegen für Genießer, die:

  • kräftige Sherryfass-Whiskys mögen,
  • Fassstärken bevorzugen,
  • Glenfarclas sammeln,
  • seltene länderspezifische Abfüllungen interessant finden,
  • die verschiedenen Anniversary Editions vergleichen möchten,
  • oder einen ungewöhnlicheren Glenfarclas abseits des Standardportfolios suchen.

Auch die Gestaltung als Dragon Label und die Exklusivität für Taiwan machen die Flasche aus Sammlersicht interessant.


Sammlerwert

Heute ist der Glenfarclas 180th Anniversary naturgemäß wesentlich schwieriger zu finden als eine reguläre Glenfarclas-Abfüllung.

Whiskybase führt aktuell keine aktiven Shopangebote für die Abfüllung.

Flaschen erscheinen dagegen gelegentlich auf dem Auktionsmarkt.

Dabei sollte man jedoch auch hier zwischen Seltenheit und garantierter Wertsteigerung unterscheiden.

Eine Taiwan-exklusive Jubiläumsabfüllung einer traditionsreichen Brennerei besitzt zweifellos Sammlerinteresse. Daraus lässt sich jedoch keine sichere zukünftige Preisentwicklung ableiten.

Für Glenfarclas-Sammler dürfte ohnehin ein anderer Punkt entscheidender sein:

Der 180er schließt eine interessante Lücke zwischen dem 175th und 185th Anniversary.


Mein Eindruck

Gerade innerhalb der Jubiläumsabfüllungen finde ich den Glenfarclas 180th Anniversary ausgesprochen spannend.

Nicht weil er zwangsläufig der älteste oder eleganteste Vertreter dieser Reihe wäre.

Sondern weil er aus dem Rahmen fällt.

59,7 % vol., Sherry Casks, Taiwan Exclusive und Dragon Label – das ist eine völlig andere Ansage als beim eleganteren Glenfarclas 175.

Auch das dokumentierte Aromaprofil ist ungewöhnlich. Statt ausschließlich Rosinen, Trockenfrüchte und süßen Sherry zu liefern, scheint der Whisky deutlich mehr Nuss, Melasse, Toffee, Malz, Kaffee und kräftige Gewürze zu zeigen.

Das macht ihn vermutlich nicht zum einfachsten Glenfarclas.

Aber möglicherweise zu einem der interessanteren Jubiläumswhiskys für Genießer, die gerade diese etwas eigenwilligere Seite der Brennerei suchen.

Eine eigene endgültige Bewertung würde ich allerdings erst nach einer persönlichen Verkostung vergeben.


Fazit

Der Glenfarclas 180th Anniversary ist ein Sonderling innerhalb der großen Jubiläumsabfüllungen der traditionsreichen Speyside-Brennerei.

Zum 180-jährigen Jubiläum erschien 2016 keine zurückhaltende Festtagsabfüllung, sondern ein kraftvoller Sherry Cask Single Malt mit 59,7 % vol., exklusiv für den taiwanischen Markt.

Sein Charakter scheint ebenso außergewöhnlich zu sein wie seine Eckdaten.

Nüsse, Melasse, Toffee und geröstetes Malz treffen auf eine intensive Würze, während Kaffee und pikante Gewürze das lange Finale prägen.

Gerade im Vergleich mit dem 175th und 185th Anniversary zeigt sich, wie unterschiedlich Glenfarclas seine Jubiläen interpretiert hat.

Der 180er steht dabei eindeutig für die kräftige Seite:

Sherryfass. Fassstärke. 59,7 % vol. Taiwan Exclusive.

Ein Glenfarclas, der nicht versucht, jedem zu gefallen – und gerade deshalb für Liebhaber und Sammler der Brennerei ausgesprochen spannend ist.

Die Fakten

🥃 Whisky: Glenfarclas 180th Anniversary
🏭 Brennerei: Glenfarclas
🏴 Land: Schottland
📍 Region: Speyside
🥃 Kategorie: Single Malt Scotch Whisky
📅 Abgefüllt: 2016
🕰️ Alter: NAS
🛢️ Fasstyp: Sherry Casks
💪 Alkohol: 59,7 % vol.
🍾 Flaschengröße: 700 ml
🏷️ Edition: 180th Anniversary / Dragon Label
🌏 Markt: Taiwan Exclusive
🏢 Abfüller: Originalabfüllung

Transparenz & Kennzeichnung

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Der Beitrag enthält außerdem unbezahlte Werbung durch die Nennung von Marken, Produkten und Herstellern.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überarbeitet. Die Verkostungs- und Bewertungseindrücke geben die persönliche Einschätzung von Taunus Tastings wieder.



Chichibu Port Pipe 2009/2013

Japan, Single Malt Whisky Posted on 01/10/2026 20:43
Chichibu Port Pipe 2009/2013

Chichibu Port Pipe 2009/2013 – Japans junge Whisky-Revolution trifft auf Portwein

Nur vier Jahre alt, mit kräftigen 54,5 % vol. abgefüllt und auf lediglich 4.200 Flaschen limitiert: Der Chichibu Port Pipe 2009/2013 zeigt eindrucksvoll, wie experimentierfreudig Ichiro Akuto bereits in den Anfangsjahren seiner jungen Destillerie arbeitete. Rote Früchte, dunkle Schokolade, Gewürze und die intensive Portweinprägung machen diese frühe Chichibu-Abfüllung zu einem außergewöhnlichen japanischen Single Malt.

Der Chichibu Port Pipe Ichiro’s Malt 2009/2013 ist einer dieser Whiskys, bei denen bereits die Eckdaten neugierig machen.

Destilliert wurde er 2009, gerade einmal ein Jahr nachdem die Chichibu Distillery mit der Whiskyproduktion begonnen hatte. Nach nur vier Jahren Reifung kam er 2013 mit 54,5 % vol. in Fassstärke auf den Markt. Lediglich 4.200 Flaschen wurden abgefüllt. Diese Angaben werden unter anderem von Whiskybase und Whisky Auctioneer bestätigt. 

Besonders spannend ist jedoch seine Reifung: Kleine Fässer und anschließend ein großes Port Pipe sollten dem jungen Chichibu innerhalb relativ kurzer Zeit eine erstaunliche aromatische Intensität verleihen.

Das Ergebnis ist ein Whisky mit roten Früchten, dunkler Schokolade, Gewürzen, Zitrus und einer leichten Rauchigkeit – kraftvoll, ungewöhnlich und eindeutig von seiner Jugend geprägt.

Chichibu – der Neuanfang von Ichiro Akuto

Die Geschichte der Chichibu Distillery ist untrennbar mit Ichiro Akuto verbunden.

Akuto entstammt einer Familie mit langer Tradition in der Herstellung alkoholischer Getränke. Sein Großvater gründete die Hanyu Distillery, deren Whiskyproduktion jedoch im Jahr 2000 eingestellt wurde.

Ichiro Akuto sicherte schließlich die verbliebenen Bestände von Hanyu und gründete Venture Whisky. Aus diesen alten Fässern entstanden unter anderem die heute berühmten Abfüllungen der Hanyu Card Series.

Doch Akuto wollte nicht ausschließlich die Vergangenheit seiner Familie bewahren.

Er wollte selbst wieder Whisky produzieren.

2008 nahm deshalb die neue Chichibu Distillery in der japanischen Präfektur Saitama ihren Betrieb auf. 

Damit begann eines der spannendsten Kapitel der modernen japanischen Whiskygeschichte.

Ein Whisky aus den ersten Jahren von Chichibu

Gerade deshalb ist der Chichibu Port Pipe 2009/2013 historisch so interessant.

Der Whisky wurde 2009 destilliert und stammt damit praktisch aus der Anfangszeit der Brennerei.

Bereits 2013 wurde er abgefüllt.

Wir sprechen also nicht über einen jahrzehntelang gereiften japanischen Single Malt, sondern über einen ausgesprochen jungen Whisky.

Vier Jahre.

Bei Chichibu wurde diese Jugend jedoch nicht versteckt. Stattdessen nutzte man unterschiedliche Fassgrößen und eine intensive Nachreifung, um dem jungen Destillat möglichst viel Charakter zu verleihen.

Drei Jahre im kleinen Fass, ein Jahr im Port Pipe

Das Reifungskonzept gehört zu den interessantesten Aspekten dieser Abfüllung.

Der Whisky soll zunächst drei Jahre in nur rund 50 Liter fassenden Quarter Casks gereift sein. Anschließend folgte eine etwa einjährige Nachreifung in großen europäischen Portweinfässern.

Zeitgenössische Beschreibungen nennen für diese Port Pipes ein Fassungsvermögen von etwa 650 Litern. 

Damit treffen zwei völlig unterschiedliche Fassgrößen aufeinander.

Das kleine Fass sorgt aufgrund des hohen Verhältnisses von Holzoberfläche zu Flüssigkeitsmenge für einen intensiven Holzkontakt.

Danach kommt das große Port Pipe ins Spiel.

Die vorherige Belegung mit Portwein bringt rote und dunkle Früchte sowie zusätzliche Süße und Würze in den Whisky.

Interessanterweise gibt es bei den historischen Quellen kleinere Abweichungen bei den Fassangaben: The Whisky Exchange beschreibt Port Pipes dieser Abfüllung beispielsweise mit 550 Litern.  Die häufig genannte konkrete Reifungsbeschreibung spricht dagegen von rund 650 Litern. Deshalb würde ich die exakte Fassgröße nicht zum entscheidenden Merkmal der Abfüllung machen.

Entscheidend ist:

Drei Jahre intensive erste Reifung – anschließend rund ein Jahr Port-Pipe-Finish.

Was macht ein Port Pipe mit Whisky?

Port Pipes sind große Fässer, die zuvor für Portwein verwendet wurden.

Der Einfluss einer solchen Nachreifung kann sich deutlich von klassischen Bourbon- oder Sherryfässern unterscheiden.

Typische Assoziationen sind:

rote Beeren, dunkle Früchte, Pflaumen, Trauben, Süße, Gewürze und teilweise schokoladige Noten.

Beim Chichibu funktioniert das besonders interessant, weil diese fruchtig-süße Portweinkomponente auf ein noch sehr junges und lebendiges Destillat trifft.

Der Whisky verliert seine Jugend dadurch nicht.

Vielmehr wird sie durch den Portweincharakter ergänzt.

54,5 % vol. – ohne Zurückhaltung

Der Port Pipe wurde mit kräftigen 54,5 % vol. abgefüllt und wird in Whiskybase als Cask Strength geführt. Dort sind außerdem keine Färbung und keine Kühlfiltration für die Abfüllung hinterlegt. 

Bei der Farbangabe gibt es allerdings widersprüchliche Quellen: The Whisky Exchange kennzeichnet die Abfüllung ausdrücklich mit „Colouring: Yes“. 

Chichibu Port Pipe 2009/2013 – die Fakten

MerkmalChichibu Port Pipe
BrennereiChichibu
SerieIchiro’s Malt
LandJapan
RegionSaitama
KategorieJapanese Single Malt Whisky
Destilliert2009
Abgefüllt2013
Alterca. 4 Jahre
Erste Reifungkleine Quarter Casks
FinishPort Pipe
Alkoholgehalt54,5 % vol.
AbfüllungCask Strength
Flaschengröße700 ml
Auflage4.200 Flaschen
Kühlfiltrationlaut Whiskybase nein
Farbstoffwidersprüchliche Quellenlage

Verkostung des Chichibu Port Pipe 2009/2013

Dieser Chichibu versucht gar nicht erst, sein junges Alter zu verstecken.

Und genau das macht ihn interessant.

Farbe

Im Glas zeigt sich ein ungewöhnlicher Farbton zwischen Mahagoni, Rosé und Kupfer.

Gerade der rötliche Einschlag passt hervorragend zum Port-Pipe-Konzept.

Aroma

Die Nase beginnt jung, lebendig und intensiv.

Eine leicht hefige beziehungsweise getreidige Seite erinnert daran, dass wir es mit einem sehr jungen Single Malt zu tun haben.

Doch dann kommt die Frucht.

Und davon gibt es reichlich:

Cranberrys, Kirschen, Johannisbeeren, Preiselbeeren und Erdbeeren.

Das ergibt einen ganzen Korb voller roter Früchte.

Dazu kommt eine leicht erdige Komponente. Süße und Würze wechseln sich ab, wobei zunehmend Holzgewürze auftauchen.

Im Hintergrund zeigt sich schließlich noch dunkle Schokolade.

Eine spannende Nase – jung und etwas ungestüm, gleichzeitig aber erstaunlich facettenreich.

Geschmack

Am Gaumen machen sich die 54,5 % vol. zunächst bemerkbar.

Der Whisky besitzt Kraft.

Nach dem ersten alkoholischen Eindruck öffnet sich jedoch erneut die Frucht.

Himbeeren und Cranberrys treffen auf weitere dunkle und reife Früchte.

Dazu kommt eine leicht angebrannte beziehungsweise karamellisierte Süße.

Spannend finde ich die floralen Eindrücke, die dem Whisky eine zusätzliche Ebene geben.

Dann erscheint eine leichte Rauchigkeit.

Sie steht nicht im Zentrum, sondern begleitet die Frucht und Würze eher im Hintergrund.

Mit etwas Zeit entwickeln sich Zitrusfrüchte und weihnachtliche Gewürze.

Gerade diese Kombination aus Portfrucht, jungem Destillat, Würze und Rauch macht den Whisky außergewöhnlich.

Abgang

Der Abgang ist mittellang bis lang.

Zunächst zeigt sich eine leicht pfeffrige Würze.

Danach gewinnt wieder die Süße.

Zitrusfrüchte und Weihnachtsgewürze tauchen erneut auf und verbinden das Finish schön mit dem vorherigen Geschmack.

Ganz am Ende bleibt eine leichte Bitterkeit zurück.

Das Holz meldet sich damit noch einmal zu Wort – durchaus nachvollziehbar bei einem jungen Whisky, der zunächst mehrere Jahre in kleinen Fässern gereift ist.

Whisky-Radar

Süße: ●●●●○
Frucht: ●●●●●
Würze: ●●●●○
Holz: ●●●○○
Port: ●●●●○
Rauch: ●●○○○
Komplexität: ●●●●○

Die große Stärke dieser Abfüllung liegt für mich eindeutig bei Frucht und Würze.

Der Portweineinfluss ist deutlich, ohne den jungen Chichibu-Charakter vollständig zu überdecken.

Was bewirkt Wasser?

Bei 54,5 % vol. lohnt sich ein Experiment mit Wasser.

Ich würde den Whisky zunächst unbedingt pur probieren. Nur so lässt sich feststellen, wie intensiv das Destillat tatsächlich wirkt.

Anschließend können wenige Tropfen stilles Wasser interessant sein.

Dadurch können sich vor allem die roten Früchte, Zitrusaromen und Gewürze stärker öffnen, während die alkoholische Schärfe etwas zurücktritt.

Gerade bei einer so jungen Fassstärke würde ich das Wasser allerdings vorsichtig und schrittweise dosieren.

Food Pairing

Die Portweinprägung eröffnet einige interessante Möglichkeiten als Speisenbegleiter.

Besonders gut vorstellen kann ich mir den Chichibu zu dunkler Schokolade, einem Dessert mit roten Beeren oder einem kräftigen Käse.

Auch ein Schokoladendessert mit Himbeeren oder Cranberrys dürfte hervorragend funktionieren.

Weniger passend wären für mich sehr süße Desserts. Der Whisky bringt bereits genügend eigene Süße und Frucht mit.

Nur 4.200 Flaschen – selten, aber keine garantierte Geldanlage

Von dieser Abfüllung entstanden lediglich 4.200 Flaschen. Diese Limitierung wird sowohl von Whiskybase als auch von Whisky Auctioneer bestätigt. 

Inzwischen taucht die Flasche vor allem bei spezialisierten Händlern und auf Auktionen auf.

Damit besitzt sie zweifellos Sammlerinteresse.

Von einer garantierten „Chance auf Kapitalwachstum“ würde ich allerdings nicht sprechen. Whiskypreise können steigen, stagnieren oder fallen. Zustand, Originalverpackung, Füllstand, Nachfrage und die allgemeine Entwicklung des Sammlermarktes spielen eine erhebliche Rolle.

Wer eine Flasche kauft, sollte sie deshalb nicht automatisch als sichere Kapitalanlage betrachten.

Aus Sicht eines Whiskyfans liegt ihr besonderer Wert ohnehin an anderer Stelle:

Sie stammt aus den allerersten Jahren von Chichibu.

Port Pipe und The First – zwei frühe Gesichter von Chichibu

Besonders interessant wird der Port Pipe im Vergleich zum Chichibu The First 2008/2011.

The First stammt aus dem allerersten Produktionsjahr der Brennerei und wurde bereits nach drei Jahren mit mächtigen 61,8 % vol. abgefüllt.

Der Port Pipe wurde dagegen 2009 destilliert und bekam durch seine zusätzliche Portweinreifung einen völlig anderen Charakter.

Wo beim The First Vanille, Honig, Ingwer, grüner Apfel und Limette im Vordergrund stehen, bewegt sich der Port Pipe deutlich stärker in Richtung roter Früchte, dunkler Schokolade und Gewürze.

Zwei junge Whiskys derselben Destillerie – und doch zwei völlig unterschiedliche Interpretationen.

Gerade daran lässt sich erkennen, wie experimentierfreudig Chichibu bereits in den Anfangsjahren war.

Für wen ist der Chichibu Port Pipe interessant?

Der Whisky dürfte besonders spannend sein für Liebhaber von:

  • japanischem Single Malt,
  • Portwein-Finishes,
  • kräftigen Fassstärken,
  • roten und dunklen Fruchtaromen,
  • jungen, charaktervollen Whiskys,
  • frühen Chichibu-Abfüllungen,
  • und seltenen japanischen Originalabfüllungen.

Wer dagegen einen extrem weichen und jahrzehntelang gereiften Whisky sucht, ist hier an der falschen Adresse.

Der Port Pipe besitzt Ecken und Kanten.

Aber genau das gehört zu seinem Charakter.

Mein Eindruck

Der Chichibu Port Pipe 2009/2013 ist für mich ein sehr schönes Beispiel dafür, dass ein junger Whisky nicht versuchen muss, wie ein alter Whisky zu schmecken.

Seine Jugend ist deutlich vorhanden.

Hefe, Getreide, Würze und die kräftigen 54,5 % vol. zeigen, dass wir es mit einem gerade einmal rund vierjährigen Single Malt zu tun haben.

Aber dann kommt das Port Pipe.

Und plötzlich erscheinen Cranberrys, Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren, dunkle Schokolade, Zitrus und Weihnachtsgewürze.

Diese Verbindung funktioniert erstaunlich gut.

Besonders gefällt mir, dass der Portweineinfluss das Destillat nicht vollständig zudeckt. Hinter den roten Früchten bleibt der junge, lebendige Charakter von Chichibu erkennbar.

Die leichte Rauchigkeit und die etwas herbere Note im Finale verhindern außerdem, dass der Whisky zu süß wird.

Ein ungewöhnlicher, kraftvoller und ausgesprochen spannender Chichibu.

Fazit

Der Chichibu Port Pipe Ichiro’s Malt 2009/2013 stammt aus einer Zeit, in der die Geschichte der heutigen Kultbrennerei gerade erst begonnen hatte.

2009 destilliert, rund vier Jahre gereift und 2013 mit 54,5 % vol. abgefüllt – das klingt zunächst nach einem ausgesprochen jungen Whisky.

Doch die Fassbehandlung macht den Unterschied.

Nach der ersten Reifung in kleinen Fässern bekam der Whisky zusätzliche Zeit in einem großen Port Pipe. Dadurch trifft das lebhafte Chichibu-Destillat auf eine intensive Welt aus roten Früchten, dunkleren Beeren, Schokolade, Gewürzen und Süße.

Nur 4.200 Flaschen wurden abgefüllt. 

Damit ist der Port Pipe heute nicht nur eine seltene japanische Abfüllung, sondern zugleich ein interessantes Dokument aus der frühen Geschichte der Chichibu Distillery.

Für mich liegt genau darin der Reiz:

Dieser Whisky zeigt nicht die Perfektion jahrzehntelanger Reifung – sondern den Mut einer jungen Destillerie, mit Fassgrößen, Portwein und hoher Alkoholstärke zu experimentieren.

Und gerade deshalb erzählt der Chichibu Port Pipe eine Geschichte, die weit über seine vier Jahre im Fass hinausgeht.

Transparenz & Kennzeichnung

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Glenfarclas 175th Anniversary

Single Malt Whisky Posted on 30/09/2026 21:41
Eine Flasche Glenfarclas 175th Anniversary im Sonnenuntergang

Glenfarclas 175th Anniversary – Sechs Jahrzehnte Whiskygeschichte in einem Glas

18 Fässer, sechs Jahrzehnte und sogar Whisky aus dem ältesten damals noch vorhandenen Fass der Brennerei: Mit der Glenfarclas 175th Anniversary Edition feierte die familiengeführte Speyside-Destillerie 2011 ihr 175-jähriges Bestehen. Eine außergewöhnliche Jubiläumsabfüllung, die den Stil verschiedener Glenfarclas-Epochen miteinander verbindet.

Manche Jubiläumswhiskys bekommen lediglich ein besonderes Etikett. Beim Glenfarclas 175th Anniversary ging die Brennerei deutlich weiter.

Zum 175. Geburtstag wurden 18 Fässer aus sechs verschiedenen Jahrzehnten ausgewählt – jeweils drei aus den 1950er-, 1960er-, 1970er-, 1980er-, 1990er- und 2000er-Jahren. Darunter befand sich sogar das damals älteste Fass im Bestand von Glenfarclas, das bereits 1952 befüllt worden war.

So entstand keine klassische Altersabfüllung, sondern eine flüssige Reise durch mehrere Generationen Glenfarclas.

Glenfarclas – die Geschichte beginnt 1836

Die Geschichte von Glenfarclas beginnt auf der Rechlerich Farm in der schottischen Speyside.

Im Jahr 1836 erhielt Robert Hay eine Lizenz zum Destillieren. Damit beginnt die offiziell dokumentierte Geschichte der Brennerei.

Ein entscheidendes Datum folgte am 8. Juni 1865. An diesem Tag erwarb John Grant Rechlerich Farm und Glenfarclas für 511 Pfund und 19 Schilling.

John Grant war zu diesem Zeitpunkt bereits 60 Jahre alt. Gemeinsam mit seiner Frau Barbara hatte er sechs Kinder und war als erfolgreicher Landwirt tätig.

Da er weiterhin auf seiner Blairfindy Farm lebte, wurde der Betrieb zunächst von seinem entfernten Cousin John Smith geführt. Smith verließ Glenfarclas 1870 – und übernahm anschließend eine entscheidende Rolle beim Aufbau einer weiteren heute berühmten Speyside-Brennerei: Cragganmore.

Die Familie Grant übernahm zunehmend selbst die Verantwortung für Glenfarclas.

Und daran sollte sich grundsätzlich bis heute nichts ändern.

Eine der großen Familiengeschichten des Scotch Whisky

Als John Grant 1889 starb, übernahm sein Sohn George die Brennerei. Doch George starb bereits im folgenden Jahr.

Damit ging Glenfarclas an Georges Witwe Elsie sowie die Söhne John und George über.

Die folgenden Jahre sollten für die Familie alles andere als einfach werden.

Während des Whiskybooms der 1890er-Jahre gingen die Brüder eine Partnerschaft mit Pattison, Elder & Co. ein. Die Pattisons gehörten damals zu den großen Namen der Branche – bis ihr Unternehmen spektakulär zusammenbrach.

Die Folgen trafen weite Teile der schottischen Whiskyindustrie.

Auch Glenfarclas geriet in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Die Grant-Familie kämpfte jahrelang darum, ihr Unternehmen zu erhalten.

Sie schaffte es.

Aus dem Familienbetrieb entwickelte sich schließlich J. & G. Grant – bis heute der Name des Unternehmens hinter Glenfarclas.

George Scott Grant und die wertvollen alten Bestände

Eine der wichtigsten Persönlichkeiten der jüngeren Glenfarclas-Geschichte war George Scott Grant.

Er repräsentierte die vierte Generation der Familie und stand dem Unternehmen über Jahrzehnte vor. Bis zu seinem Tod im Jahr 2002 war er 52 Jahre lang Chairman von Glenfarclas.

Eine seiner Entscheidungen erwies sich rückblickend als besonders wichtig.

Anstatt große Mengen des produzierten Whiskys an Blender zu verkaufen, ließ Glenfarclas umfangreiche Bestände im eigenen Lager reifen.

Das war wirtschaftlich keineswegs selbstverständlich.

Langfristig entstand dadurch jedoch ein außergewöhnlicher Vorrat alter Whiskys.

Genau dieser Bestand ermöglichte später Serien wie die Family Casks – und außergewöhnliche Jubiläumsabfüllungen wie den Glenfarclas 175.

2011: Glenfarclas wird 175 Jahre alt

Im Jahr 2011 feierte Glenfarclas sein 175-jähriges Bestehen.

Für die Jubiläumsedition wollte man offenbar keinen gewöhnlichen alten Single Malt auswählen. Stattdessen sollte die Geschichte der Brennerei selbst zum Bestandteil des Whiskys werden.

Die Idee:

Sechs Jahrzehnte Glenfarclas in einer Flasche.

Dafür wurden insgesamt 18 Fässer ausgewählt.

Jeweils drei Fässer stammten aus jedem der vergangenen sechs Jahrzehnte.

Das älteste Fass stammte aus 1952 und war zu diesem Zeitpunkt das älteste Fass in den Lagerhäusern der Brennerei.

Die jüngsten Bestandteile kamen dagegen aus den 2000er-Jahren.

Damit lagen zwischen den ältesten und jüngsten Komponenten mehrere Jahrzehnte Whiskygeschichte.

1950er bis 2000er – sechs unterschiedliche Glenfarclas-Epochen

Besonders spannend ist die Idee hinter der Auswahl.

Die unterschiedlichen Jahrzehnte sollten jeweils verschiedene Facetten des Glenfarclas-Charakters in die Komposition einbringen.

1950er und 1960er

Die ältesten Bestandteile stehen für den schweren und intensiven Sherrycharakter früher Glenfarclas-Abfüllungen.

1970er und 1980er

Diese Jahrzehnte bringen eine leichtere und deutlich fruchtigere Seite in die Komposition.

1990er

Hier wird das Profil frischer und lebendiger.

2000er

Die jüngsten Whiskys sollen wiederum mit einer für ihr Alter überraschenden Reife zur Gesamtkomposition beitragen.

Glenfarclas beschrieb das Konzept entsprechend als Verbindung des schweren Sherrycharakters der 1950er und 1960er mit der leichteren Fruchtigkeit der 1970er und 1980er, der Frische der 1990er und der überraschenden Reife der jüngsten Fässer aus dem Jahr 2000.

Damit ist der Glenfarclas 175 fast so etwas wie ein aromatisches Archiv der Brennerei.

Warum trägt der Glenfarclas 175 keine Altersangabe?

Auf den ersten Blick erscheint es ungewöhnlich, dass eine Abfüllung mit Whisky aus den 1950er-Jahren keine große Altersangabe auf dem Etikett trägt.

Der Grund liegt im Scotch-Whisky-Recht.

Bei einer Altersangabe muss immer das Alter des jüngsten enthaltenen Whiskys angegeben werden.

Da beim Glenfarclas 175 auch deutlich jüngere Whiskys aus den 2000er-Jahren verwendet wurden, hätte eine Altersangabe den historischen Charakter der Komposition kaum angemessen dargestellt.

Deshalb erschien die Jubiläumsedition als NAS – No Age Statement.

Das ist hier ein besonders gutes Beispiel dafür, warum NAS keineswegs automatisch „junger Whisky“ bedeutet.

In dieser Flasche treffen sehr junge Komponenten auf Whisky, der bereits 1952 ins Fass kam.

Nur 6.000 Flaschen weltweit

Die Glenfarclas 175th Anniversary Edition war entsprechend limitiert.

Insgesamt wurden lediglich 6.000 Flaschen abgefüllt.

Die Trinkstärke beträgt klassische 43 % vol., die Flasche fasst 700 ml. Whisky.de

Heute ist die Abfüllung deshalb natürlich wesentlich schwieriger zu finden als zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung.

Eine Verpackung voller Glenfarclas-Geschichte

Nicht nur der Whisky selbst blickt zurück.

Auch die Gestaltung der Geschenkverpackung greift die Geschichte der Brennerei auf.

Für die Tube wurde eine Collage aus historischen Glenfarclas-Etiketten geschaffen. Einige der verwendeten Vorlagen waren bereits damals mehr als 100 Jahre alt.

Das passt hervorragend zum Gesamtkonzept.

Der Whisky erzählt die Geschichte über die Fässer – die Verpackung erzählt sie über die Flaschen und Etiketten.

Glenfarclas 175th Anniversary – die Fakten

MerkmalGlenfarclas 175th Anniversary
BrennereiGlenfarclas
RegionSpeyside, Schottland
KategorieSingle Malt Scotch Whisky
Abfüllung2011
AlterNAS
Fässer18 ausgewählte Fässer
Zeitraumsechs Jahrzehnte
Ältestes Fass1952
Jüngste Komponenten2000er-Jahre
Alkoholgehalt43 % vol.
Flaschengröße700 ml
Limitierung6.000 Flaschen
AbfüllerOriginalabfüllung

Verkostung des Glenfarclas 175th Anniversary

Das Spannende an dieser Abfüllung ist natürlich die Frage:

Kann man diese sechs Jahrzehnte tatsächlich schmecken?

Die Grundidee findet sich jedenfalls sehr schön im Glas wieder.

Farbe

Ein warmer Bernstein- bis Honigton.

Die Farbe vermittelt bereits optisch den Eindruck eines klassischen, sherrygeprägten Glenfarclas.

Aroma

In der Nase startet der Glenfarclas 175 ausgesprochen angenehm und süß.

Toffee und Vanille bestimmen zunächst das Bild.

Dahinter entwickeln sich fruchtigere Eindrücke und eine feine Sherryprägung.

Gerade wenn der Whisky etwas länger im Glas steht, gewinnen Toffee und Vanille weiter an Intensität – eine Beobachtung, die sich auch in zeitgenössischen Beschreibungen der Abfüllung findet.

Die Nase wirkt dabei nicht schwer oder überladen.

Vielmehr entsteht ein interessantes Wechselspiel aus Süße, reiferem Sherrycharakter und helleren Fruchtnoten.

Geschmack

Am Gaumen zeigt sich der Whisky unglaublich cremig.

Die Süße aus der Nase bleibt erhalten, gleichzeitig treten die typischen Glenfarclas-Sherrynoten deutlicher hervor.

Dazu kommt Frucht.

Gerade diese Verbindung macht die Abfüllung interessant: Auf der einen Seite stehen die schwereren, älteren Sherrykomponenten. Auf der anderen Seite sorgen die jüngeren Whiskys für mehr Frische und Lebendigkeit.

Der Whisky wirkt dadurch nicht wie ein extrem alter, holzdominierter Single Malt.

Stattdessen entsteht eine Verbindung aus Sherry, Frucht, Toffee, Vanille und reifer Eichenwürze.

Und genau darin zeigt sich für mich die Stärke des Konzepts.

Abgang

Der Abgang ist lang und elegant.

Sherrysüße und Frucht klingen langsam aus, begleitet von einer feinen Würze und zurückhaltender Eiche.

Die 43 % vol. sorgen dafür, dass das Finale nicht aggressiv wird.

Stattdessen bleibt ein harmonischer, klassischer Glenfarclas-Eindruck zurück.

Whisky-Radar

Süße: ●●●●○
Frucht: ●●●●○
Würze: ●●●○○
Holz: ●●●○○
Sherry: ●●●●○
Rauch: ○○○○○
Komplexität: ●●●●●

Die besondere Stärke liegt für mich eindeutig in der Komplexität.

Das überrascht angesichts von sechs Jahrzehnten und 18 unterschiedlichen Fässern natürlich nicht.

Alt und jung – warum die Kombination funktioniert

Die große Herausforderung einer solchen Abfüllung liegt in der Balance.

Sehr alter Whisky kann wunderschöne Aromen entwickeln, aber auch von Holz, Leder oder Bitterkeit dominiert werden.

Jüngerer Whisky bringt dagegen Frische und Frucht, kann aber kantiger und weniger komplex erscheinen.

Beim Glenfarclas 175 wurde genau mit diesem Gegensatz gespielt.

Die alten Whiskys liefern Tiefe, Sherry und Reife.

Die jüngeren Komponenten bringen Frucht und Frische.

Das Ziel war also nicht, möglichst viel alten Whisky in eine Flasche zu bekommen.

Es ging darum, aus sechs Jahrzehnten einen gemeinsamen Glenfarclas-Charakter zu formen.

175, 185 und 190 – die Jubiläumsabfüllungen

Rückblickend ist der Glenfarclas 175 besonders interessant, weil die Brennerei dieses Prinzip später wieder aufgriff.

Nach dem 175-jährigen Jubiläum folgte zehn Jahre später die 185th Anniversary Edition. Und mit dem Glenfarclas 190th Anniversary 2026 wurde die Geschichte der Jubiläumsabfüllungen erneut fortgesetzt.

Gerade deshalb ist der 175er heute ein spannender Ausgangspunkt.

Er zeigt bereits jene Idee, die bei späteren Jubiläumsabfüllungen erneut eine wichtige Rolle spielt:

Nicht ein einzelner Jahrgang soll die Geschichte von Glenfarclas erzählen – sondern die Verbindung mehrerer Generationen von Whisky.

Für wen eignet sich der Glenfarclas 175?

Diese Abfüllung ist heute vor allem für Whiskyfreunde interessant, die sich intensiver mit Glenfarclas beschäftigen.

Wer klassische Sherry-Single-Malts mag, findet hier viele vertraute Elemente.

Gleichzeitig richtet sich der Whisky an Genießer, die historische Abfüllungen und ungewöhnliche Fasskompositionen spannend finden.

Für Sammler kommt natürlich noch ein weiterer Faktor hinzu:

Mit nur 6.000 Flaschen weltweit und Whisky aus sechs Jahrzehnten besitzt der Glenfarclas 175 eine historische Besonderheit, die sich bei einer regulären Standardabfüllung nicht finden lässt.

Mein Eindruck

Der Glenfarclas 175th Anniversary ist für mich eine Abfüllung, bei der das Konzept hervorragend zur Geschichte der Brennerei passt.

Glenfarclas besitzt gerade deshalb einen so beeindruckenden Bestand alter Whiskys, weil frühere Generationen der Grant-Familie langfristig gedacht und große Mengen eigener Bestände zurückgehalten haben.

Und genau daraus konnte 2011 geschöpft werden.

18 Fässer. Sechs Jahrzehnte. Whisky von 1952 bis in die 2000er-Jahre.

Im Glas gefällt mir besonders das Zusammenspiel von Toffee und Vanille in der Nase mit der süßen Fruchtigkeit und den klassischen Sherrynoten am Gaumen.

Dazu kommt diese ausgesprochen cremige Textur.

Der Whisky versucht nicht, ausschließlich über Alter oder massive Sherryintensität zu beeindrucken. Stattdessen verbinden sich alte und jüngere Komponenten zu einem erstaunlich harmonischen Gesamtbild.

Und das lange, elegante Finish passt hervorragend dazu.

Fazit

Der Glenfarclas 175th Anniversary ist weit mehr als eine Flasche mit Jubiläumsetikett.

Zum 175-jährigen Bestehen der Brennerei wurden 18 Fässer aus sechs Jahrzehnten miteinander vermählt – jeweils drei aus jedem Jahrzehnt. Sogar das älteste damals noch vorhandene Glenfarclas-Fass aus 1952 fand seinen Weg in die Komposition.

Die älteren Whiskys bringen schweren Sherrycharakter und Reife. Die mittleren Jahrzehnte liefern Fruchtigkeit, die jüngeren Komponenten Frische und Lebendigkeit.

Im Glas zeigt sich das mit Toffee, Vanille, süßer Frucht und typischen Sherrynoten, einer wunderbar cremigen Textur und einem langen, eleganten Finale.

Gerade einmal 6.000 Flaschen wurden 2011 mit 43 % vol. abgefüllt. Whisky.de

Damit ist der Glenfarclas 175 heute nicht nur ein interessanter Whisky, sondern ein Stück Brennereigeschichte.

Sechs Jahrzehnte Glenfarclas in einem Glas – viel passender hätte man 175 Jahre Familien- und Whiskygeschichte kaum feiern können.

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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überarbeitet. Die Verkostungs- und Bewertungseindrücke geben die persönliche Einschätzung von Taunus Tastings wieder.



Chichibu The First 2008

Japan, Single Malt Whisky Posted on 29/09/2026 20:10
Eine Flasche Chichibu The First 2008 im Sonnenuntergang

Chichibu The First 2008 – 3 Jahre und der Beginn einer japanischen Whisky-Legende

Nur drei Jahre gereift, kraftvolle 61,8 % vol. und gerade einmal 7.400 Flaschen: „The First“ war 2011 der erste reguläre Single Malt der jungen Chichibu Distillery – und markiert damit einen entscheidenden Moment in der Geschichte des modernen japanischen Whiskys.

Manchmal ist nicht das Alter eines Whiskys das Spannendste, sondern seine Geschichte.

Beim Chichibu The First trifft das ganz besonders zu. Der Whisky wurde 2008 destilliert, im ersten Produktionsjahr der Chichibu Distillery, und nach lediglich drei Jahren 2011 abgefüllt. Trotz seines jungen Alters kam er mit beeindruckenden 61,8 % vol. in die Flasche. Die Auflage betrug lediglich 7.400 Flaschen.

Heute ist „The First“ deshalb weit mehr als nur ein junger japanischer Single Malt. Er steht für den Anfang einer Brennerei, die innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit einen bemerkenswerten Ruf in der internationalen Whiskywelt aufgebaut hat.

Und hinter dieser Geschichte steht vor allem ein Name:

Ichiro Akuto.


Von Hanyu zu Chichibu – die Geschichte von Ichiro Akuto

Die Geschichte von Chichibu beginnt eigentlich lange vor der Gründung der heutigen Brennerei.

Ichiro Akuto stammt aus einer Familie mit langer Tradition in der Herstellung alkoholischer Getränke. Besonders wichtig für die spätere Whiskygeschichte wurde die Hanyu Distillery, die von seiner Familie betrieben wurde.

Als die japanische Whiskybranche gegen Ende des 20. Jahrhunderts schwierige Zeiten durchlief, geriet auch das Familienunternehmen unter wirtschaftlichen Druck. Hanyu stellte schließlich im Jahr 2000 die Produktion ein; wenige Jahre später wurde die Brennerei abgerissen.

Zurück blieben jedoch rund 400 Fässer Whisky.

Der neue Eigentümer hatte an diesen Beständen kein Interesse. Ichiro Akuto wollte dagegen verhindern, dass die verbliebenen Whiskys seiner Familie verloren gingen. 2004 gründete er deshalb Venture Whisky Ltd. und sicherte die verbliebenen Bestände.

Was damals wie die Rettung einiger alter Fässer erschien, sollte sich als entscheidender Moment der japanischen Whiskygeschichte erweisen.


Die legendäre Hanyu Card Series

Die geretteten Hanyu-Fässer bildeten unter anderem die Grundlage für eine Serie, die heute unter Whiskysammlern geradezu legendären Status besitzt:

die Hanyu Playing Card Series.

Ab 2005 wurden die Whiskys veröffentlicht. Die einzelnen Abfüllungen erhielten Etiketten nach dem Vorbild eines Kartenspiels. Insgesamt entstand daraus eine Serie von 54 unterschiedlichen Abfüllungen.

Der Erfolg dieser Whiskys verschaffte Ichiro Akuto Aufmerksamkeit und Reputation.

Doch sein Ziel bestand nicht nur darin, die Vergangenheit von Hanyu zu bewahren.

Er wollte wieder selbst Whisky produzieren.


Die Geburt der Chichibu Distillery

2007 entstand schließlich in der Präfektur Saitama nordwestlich von Tokio die neue Chichibu Distillery.

Die eigentliche Whiskyproduktion begann 2008. Damit war Chichibu die erste neu gegründete japanische Whisky-Destillerie seit mehreren Jahrzehnten.

Die Region bietet interessante Bedingungen für die Whiskyherstellung. Chichibu ist von Bergen umgeben und weist erhebliche Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter auf.

Im Winter können die Temperaturen deutlich unter den Gefrierpunkt fallen, während sie im Sommer über 30 °C steigen können. Diese Schwankungen beeinflussen auch die Interaktion zwischen Whisky und Fass während der Reifung.

Gerade bei einem jungen Whisky wie dem Chichibu The First ist dieser Aspekt besonders interessant.


2008 beginnt ein neues Kapitel

Als Chichibu 2008 mit der Destillation begann, musste Ichiro Akuto zunächst einmal warten.

Denn auch in Japan musste ein Whisky mindestens drei Jahre reifen, bevor die erste Abfüllung als dreijähriger Whisky erscheinen konnte.

2011 war es schließlich soweit:

Chichibu The First erschien.

Der Name hätte kaum passender gewählt werden können.

Es handelte sich tatsächlich um den ersten regulären Single Malt Whisky der Chichibu Distillery.

Damit wurde aus dem Projekt Chichibu endgültig eine Whisky-Destillerie mit ihrem eigenen gereiften Single Malt.


Chichibu The First – drei Jahre Bourbonfass

Der Whisky wurde 2008 destilliert und 2011 abgefüllt.

Als Fassreifung werden Bourbonfässer angegeben. Mehrere Datenbanken und Händler führen diese Fassart übereinstimmend auf.

Ein zeitgenössischer japanischer Whiskybericht beschreibt die Abfüllung noch genauer als Vatting aus 31 First-Fill-Bourbonfässern von Heaven Hill. Da diese Detailangabe nicht von allen Quellen gleichermaßen dokumentiert wird, würde ich sie allerdings nicht als gesicherte Herstellerangabe behandeln.

Bemerkenswert ist vor allem die Abfüllstärke:

61,8 % vol.

Für einen gerade einmal drei Jahre alten Whisky ist das eine Ansage.

Statt die Jugend des Destillats durch eine niedrige Trinkstärke zu kaschieren, präsentiert Chichibu den Whisky ausgesprochen kraftvoll.


Nur 7.400 Flaschen

Auch die geringe Auflage trug dazu bei, dass Chichibu The First heute einen besonderen Stellenwert besitzt.

Lediglich 7.400 Flaschen wurden abgefüllt. Die Flaschen wurden individuell nummeriert.

Aus heutiger Perspektive ist das besonders spannend.

2011 war Chichibu noch eine sehr junge Destillerie, deren heutiger internationaler Stellenwert keineswegs selbstverständlich war. „The First“ dokumentiert somit gewissermaßen den Moment, in dem die eigentliche Geschichte der Chichibu Single Malts begann.


Chichibu The First im Überblick

MerkmalChichibu The First
BrennereiChichibu
UnternehmenVenture Whisky Ltd.
LandJapan
KategorieJapanese Single Malt Whisky
Destilliert2008
Abgefüllt2011
Alter3 Jahre
FassreifungBourbonfässer
Alkoholgehalt61,8 % vol.
Flaschengröße0,7 Liter
Auflage7.400 Flaschen
AbfüllerOriginalabfüllung

Verkostung des Chichibu The First

Bei einem drei Jahre alten Whisky mit 61,8 % vol. könnte man zunächst einen ausgesprochen wilden und alkoholbetonten Single Malt erwarten.

Doch das Aromaprofil zeigt eine überraschend frische und süße Seite.

Farbe

Ein heller bis kräftiger Goldton passt zum jungen Alter und zur Bourbonfassreifung.

Aroma

In der Nase präsentiert sich der Chichibu ausgesprochen frisch.

Zunächst kommen Vanille und Honig zum Vorschein. Dahinter entwickelt sich eine würzige Ingwernote.

Besonders interessant wird es durch die Frucht:

Grüner Apfel und Limettenschale bringen eine knackige Frische ins Glas.

Damit ergibt sich ein schönes Wechselspiel aus süßen, würzigen und zitrusfrischen Eindrücken:

Vanille – Honig – Ingwer – grüner Apfel – Limettenschale.


Geschmack

Am Gaumen setzt sich der Eindruck der Nase weitgehend fort.

Die Kombination aus Vanille und Honig bildet erneut die süße Grundlage. Dazu kommen grüner Apfel und Zitrusfrucht.

Der Ingwer liefert die notwendige Würze.

Natürlich darf man die 61,8 % vol. nicht vergessen. Der Whisky besitzt entsprechend viel Kraft und Intensität.

Gerade bei einer solchen Fassstärke bietet es sich an, zunächst einen kleinen Schluck pur zu probieren und anschließend vorsichtig mit einigen Tropfen Wasser zu experimentieren.

So lässt sich beobachten, wie sich Frucht, Vanille und Honigsüße verändern.


Abgang

Im Abgang wird der Whisky wieder süßer.

Honig bleibt deutlich präsent, während zunehmend Eiche zum Vorschein kommt.

Das ergibt einen interessanten Abschluss: Die frischen Früchte des Aromas ziehen sich langsam zurück und überlassen Honig und Holz das Finale.


Nur drei Jahre – kann das funktionieren?

Genau diese Frage macht den Chichibu The First so interessant.

Drei Jahre sind für einen Single Malt ausgesprochen jung. Bei schottischem Whisky verbinden viele Genießer komplexe Premiumabfüllungen eher mit Altersangaben wie 12, 15, 18 oder 21 Jahren.

Doch Alter allein entscheidet nicht über Qualität oder Charakter.

Beim Chichibu The First treffen ein junges, entsprechend lebhaftes Destillat, Bourbonfässer und eine hohe Alkoholstärke aufeinander.

Das Ergebnis besitzt naturgemäß nicht die jahrzehntelange Fasskomplexität eines alten Whiskys.

Dafür bekommt man etwas anderes:

Frische, Kraft und einen sehr unmittelbaren Blick auf den Charakter des jungen Chichibu-Destillats.

Und genau darin liegt für mich der eigentliche Reiz dieser Abfüllung.


Ein Stück japanische Whiskygeschichte

Heute lässt sich der Chichibu The First kaum noch losgelöst von der späteren Entwicklung der Brennerei betrachten.

Was 2008 mit einer kleinen Destillerie begann, entwickelte sich zu einem international stark nachgefragten Namen. Bereits „The First“ war mit lediglich 7.400 Flaschen eine kleine Produktion.

Deshalb besitzt diese Flasche heute auch eine historische Dimension.

Sie ist nicht einfach irgendein dreijähriger japanischer Whisky.

Sie ist der erste gereifte Single Malt einer Brennerei, die später zu einem der bekanntesten Namen des modernen japanischen Craft Whiskys werden sollte.


Vom Hanyu-Erbe zum eigenen Whisky

Für mich ist gerade diese Entwicklung die spannendste Geschichte hinter der Flasche.

Ichiro Akuto begann mit den verbliebenen Fässern seiner Familie.

Er rettete rund 400 Fässer aus Hanyu, gründete Venture Whisky, brachte die alten Bestände wieder auf den Markt und machte sich schließlich daran, eine vollkommen neue Destillerie aufzubauen.

Dann kam 2008 der erste eigene New Make aus Chichibu.

Drei Jahre später wurde daraus:

The First.

Der Name beschreibt damit nicht nur die Position innerhalb einer Produktserie.

Er beschreibt einen Neuanfang.


Für wen ist Chichibu The First interessant?

Heute richtet sich diese Abfüllung meiner Meinung nach vor allem an Liebhaber japanischen Whiskys und an Sammler, die sich für die Entwicklung der Chichibu Distillery interessieren.

Wer lediglich einen möglichst alten und weich gereiften Whisky sucht, wird bei einer dreijährigen Fassstärke vermutlich nicht zuerst an „The First“ denken.

Wer dagegen wissen möchte, wie Chichibu ganz am Anfang geschmeckt hat, bekommt hier etwas ausgesprochen Spannendes.

Auch für Fans von Bourbonfass-Reifungen bietet die Kombination aus Vanille, Honig, grünem Apfel, Limette und Ingwer ein ungewöhnlich lebendiges Aromenspektrum.


Mein Eindruck

Der Chichibu The First 2008 fasziniert mich weniger wegen seines Alters – sondern gerade wegen seiner Jugend.

Drei Jahre Reifezeit und 61,8 % vol. lassen zunächst einen ziemlich ungestümen Whisky erwarten. Das Aromaprofil überrascht dagegen mit einer schönen Verbindung aus Vanille, Honig, Ingwer, grünem Apfel und Limettenschale.

Besonders spannend finde ich den Gegensatz zwischen der frischen Frucht und der enormen Alkoholstärke.

Im Abgang wird der Whisky schließlich süßer und holziger. Honig und Eiche bleiben zurück und verleihen dem jungen Single Malt einen überraschend klassischen Abschluss.

Aber bei dieser Flasche geht es für mich ohnehin um mehr als nur die Verkostung.

Man trinkt hier gewissermaßen den Startpunkt einer Destilleriegeschichte.


Fazit

Der Chichibu 3 Jahre 2008 – The First ist eine jener Abfüllungen, bei denen die Geschichte mindestens genauso interessant ist wie der Whisky selbst.

2008 destilliert.
2011 abgefüllt.
3 Jahre gereift.
61,8 % vol.
Nur 7.400 Flaschen.

Auf dem Papier wirkt das zunächst wie ein extrem junger und kompromisslos kräftiger Single Malt.

Im Glas zeigt er jedoch eine überraschend frische Seite mit Vanille, Honig, Ingwer, grünem Apfel und Limettenschale, bevor Honig und Eiche den Abschluss übernehmen.

Seine eigentliche Bedeutung liegt aber in seinem Namen:

The First.

Es war der erste reguläre Single Malt aus Chichibu – entstanden aus dem ersten Produktionsjahr einer Brennerei, mit der Ichiro Akuto die Whiskytradition seiner Familie nicht einfach kopierte, sondern neu begann.

Und genau deshalb ist diese Flasche heute ein faszinierendes Stück moderner japanischer Whiskygeschichte.


Die Fakten

🥃 Whisky: Chichibu The First
🏯 Brennerei: Chichibu Distillery
🇯🇵 Land: Japan
🥃 Kategorie: Japanese Single Malt Whisky
📅 Destilliert: 2008
🍾 Abgefüllt: 2011
🕰️ Alter: 3 Jahre
🛢️ Reifung: Bourbonfässer
💪 Alkohol: 61,8 % vol.
🍾 Flaschengröße: 700 ml
🔢 Limitierung: 7.400 Flaschen
🏢 Abfüller: Originalabfüllung / Venture Whisky

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Die Geschichte des japanischen Whiskys

Japan Posted on 27/09/2026 21:49
Die Geschichte des japanischen Whiskys – zwischen Tradition, Gai-Atsu und eigener Identität

Die Geschichte des japanischen Whiskys – zwischen Tradition, Gai-Atsu und eigener Identität

Japanischer Whisky gilt heute weltweit als Synonym für Präzision, Geduld und außergewöhnliche Handwerkskunst. Flaschen aus Häusern wie Yamazaki, Hakushu, Hibiki oder Nikka erzielen bei Whiskyfreunden rund um den Globus große Aufmerksamkeit. Doch die Geschichte des japanischen Whiskys ist keineswegs eine Geschichte, die mit einer jahrhundertealten Whiskytradition beginnt.

Im Gegenteil: Whisky ist in Japan vergleichsweise jung.

Seine Geschichte ist eine faszinierende Verbindung aus alten japanischen Handwerkstraditionen, westlichem Einfluss, wirtschaftlichem Wandel, persönlichem Ehrgeiz und einer bemerkenswerten Fähigkeit, fremde Ideen aufzunehmen und daraus etwas Eigenständiges zu entwickeln.

Im Mittelpunkt dieser Entwicklung stehen zwei Männer: Shinjiro Torii und Masataka Taketsuru.

Der eine war ein Unternehmer, der davon überzeugt war, dass Japan einen eigenen Whisky entwickeln konnte. Der andere war der erste Japaner, der die Whiskyherstellung in Schottland systematisch studierte und das dort erworbene Wissen nach Japan zurückbrachte.

Gemeinsam legten sie den Grundstein für eine Industrie, die zunächst um Anerkennung kämpfen musste und heute zu den bedeutendsten Whiskytraditionen der Welt zählt.


Alte Wurzeln und ein Blick nach Westen

Um die Entstehung des japanischen Whiskys zu verstehen, muss man zunächst einen Blick auf Japans Geschichte werfen.

Japan verfügte bereits lange vor dem Whisky über eine ausgeprägte Kultur der alkoholischen Getränke. Sake hatte eine jahrhundertelange Tradition, ebenso Shochu und verschiedene andere regionale Spirituosen. Die Herstellung von Alkohol war tief mit japanischem Handwerk, Landwirtschaft und gesellschaftlichen Ritualen verbunden.

Whisky gehörte jedoch nicht zu dieser traditionellen Getränkekultur.

Der entscheidende Wandel begann im 19. Jahrhundert. Mit der zunehmenden Öffnung Japans gegenüber dem Westen kamen auch westliche Lebensmittel, Getränke und Konsumgewohnheiten ins Land.

Eine wichtige Zäsur war die Ankunft des amerikanischen Commodore Matthew Perry im Jahr 1853. Mit den sogenannten „Schwarzen Schiffen“ wurde Japan massiv mit der westlichen Welt konfrontiert. Whisky gelangte in dieser Zeit nach Japan und wurde zunächst vor allem von Ausländern und in internationalen Handelskreisen konsumiert.

1871 wurde Whisky in Japan erstmals durch ein britisches Handelsunternehmen in Yokohama importiert. Gleichzeitig entstanden erste japanische Versuche, westliche Spirituosen selbst herzustellen.

Allerdings handelte es sich dabei zunächst noch nicht um Whisky im heutigen Sinne.

Vielmehr wurden importierte oder neutral destillierte Alkoholgrundlagen mit Zucker und Aromastoffen versehen. Diese Produkte wurden als westliche Spirituosen vermarktet, waren aber von einem authentisch hergestellten Malt Whisky weit entfernt.

Genau hier liegt eine der entscheidenden Besonderheiten der japanischen Whiskygeschichte:

Japan wollte zunächst nicht einfach eine eigene Whiskytradition erfinden. Das Land musste zunächst lernen, was Whisky überhaupt ist.


Der westliche Einfluss – und die japanische Antwort

Der Westen wurde für Japan im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zu einem wichtigen Bezugspunkt für technische und industrielle Entwicklung.

Maschinenbau, Chemie, Medizin, Eisenbahn und zahlreiche andere Bereiche wurden untersucht, übernommen und weiterentwickelt.

Auch beim Whisky war Schottland das große Vorbild.

Doch die Japaner übernahmen nicht einfach ein fertiges System. Vielmehr begann ein Prozess des Lernens, Anpassens und Perfektionierens.

Eine zentrale Persönlichkeit dieser Entwicklung war Masataka Taketsuru.

Taketsuru wurde 1894 in Takehara in der Präfektur Hiroshima als Sohn einer Sake-Brauerfamilie geboren. Die Herstellung alkoholischer Getränke war ihm damit praktisch in die Wiege gelegt worden. Während seines Studiums an der Technischen Hochschule Osaka interessierte er sich jedoch zunehmend für westliche Spirituosen.

1916 begann er bei Settsu Shuzo zu arbeiten.

Dort beschäftigte er sich mit der Herstellung westlicher Spirituosen. Das Unternehmen erkannte, dass die bisherigen japanischen Nachahmungen langfristig nicht ausreichen würden. Der wachsende Einfluss des Scotch Whisky machte deutlich, dass echtes Fachwissen notwendig war.

Taketsuru bekam schließlich die außergewöhnliche Möglichkeit, nach Schottland zu reisen.


Masataka Taketsuru – der Mann, der Schottland nach Japan brachte

1918 reiste Masataka Taketsuru nach Schottland.

Dort studierte er die Herstellung von Whisky und lernte die technischen Grundlagen der schottischen Whiskyproduktion kennen.

Er arbeitete unter anderem in Campbeltown und beschäftigte sich intensiv mit der Herstellung von Malt Whisky und mit dem Blending.

Besonders bedeutend waren seine detaillierten Aufzeichnungen, die später als „Taketsuru Notes“ bekannt wurden.

Taketsuru notierte nicht nur einzelne Produktionsschritte. Seine Aufzeichnungen umfassten unter anderem Destillation, Brennblasen, Arbeitsbedingungen, Produktionsabläufe und sogar Fragen der Besteuerung. Damit entstand eine Art technische Dokumentation der schottischen Whiskyproduktion aus der Sicht eines japanischen Lernenden.

Diese Aufzeichnungen wurden zu einem wichtigen historischen Dokument für die Entwicklung des japanischen Whiskys.

Doch Taketsurus Aufenthalt in Schottland brachte noch etwas anderes hervor.

Er lernte dort seine spätere Frau Rita Cowan kennen.

1920 kehrte das Paar gemeinsam nach Japan zurück.

Taketsuru wollte nun sein Wissen nutzen, um in Japan einen echten Whisky nach schottischem Vorbild herzustellen.

Doch die wirtschaftlichen Bedingungen machten ihm zunächst einen Strich durch die Rechnung.


Shinjiro Torii – der Unternehmer mit einer ungewöhnlichen Idee

Während Taketsuru das technische Wissen mitbrachte, hatte ein anderer Mann bereits den wirtschaftlichen Mut, daraus ein Geschäft zu machen:

Shinjiro Torii.

Torii hatte 1899 in Osaka den Torii Shoten gegründet. Schon früh beschäftigte er sich mit westlichen Spirituosen und entwickelte Produkte, die auf den japanischen Geschmack zugeschnitten waren.

Sein Unternehmen wurde später zu Suntory.

Torii erkannte, dass Japan nicht einfach westliche Spirituosen importieren musste. Er wollte westliche Getränkekultur mit japanischem Geschmack verbinden.

Sein entscheidender Schritt erfolgte 1923.

Torii begann mit dem Bau der Yamazaki Distillery.

Damit entstand Japans erste Malt-Whisky-Brennerei.

Für die technische Umsetzung brauchte Torii einen Spezialisten.

Und genau hier trafen die Wege von Shinjiro Torii und Masataka Taketsuru aufeinander.


Torii und Taketsuru – zwei Männer, zwei Visionen

1923 schloss sich Masataka Taketsuru Torii beziehungsweise dessen Unternehmen Kotobukiya an.

Torii war von Taketsurus Wissen überzeugt und übertrug ihm eine zentrale Rolle beim Aufbau der neuen Brennerei.

Bei der Standortsuche wurde zunächst auch Hokkaido diskutiert. Taketsuru hielt das Klima dort für besonders geeignet, weil es ihn an die schottischen Highlands erinnerte.

Torii entschied sich jedoch für Yamazaki bei Kyoto beziehungsweise Osaka.

Die Region bot hervorragendes Wasser, ein besonderes Klima und eine Lage, die wirtschaftlich gut erreichbar war. Die drei Flüsse Katsura, Uji und Kizu treffen in dieser Region zusammen und sorgen für ein feuchtes, wechselhaftes Klima. Diese Bedingungen beeinflussen auch die spätere Reifung des Whiskys.

1924 wurde die Yamazaki Distillery fertiggestellt.

Japan hatte damit seine erste echte Malt-Whisky-Brennerei.


1929 – der erste große Versuch

Vier Jahre später kam der erste japanische Whisky auf den Markt:

Suntory Shirofuda.

Das Produkt war historisch bedeutend, wirtschaftlich allerdings zunächst kein großer Erfolg.

Torii musste erkennen, dass es nicht genügte, schottischen Whisky möglichst genau nachzuahmen.

Der Whisky musste zum japanischen Geschmack passen.

Diese Erkenntnis sollte für die weitere Entwicklung von entscheidender Bedeutung sein. Suntory beschreibt Shirofuda deshalb rückblickend als wichtige Lernerfahrung auf dem Weg zu einem Whisky, der besser auf den japanischen Gaumen zugeschnitten war.

1937 folgte mit Suntory Whisky Kakubin ein Produkt, das wesentlich erfolgreicher wurde.

Damit begann sich Whisky langsam in der japanischen Gesellschaft zu etablieren.


Der Weg nach Hokkaido – Taketsurus eigener Traum

Die Zusammenarbeit zwischen Torii und Taketsuru war entscheidend für die Entstehung des japanischen Whiskys, dauerte aber nicht ewig.

Taketsuru wollte einen Whisky herstellen, der sich stärker am schottischen Vorbild orientierte.

Für ihn war Hokkaido der ideale Standort.

1934 verließ er Kotobukiya und gründete in Hokkaido die Dai Nippon Kaju Co., Ltd., das spätere Unternehmen Nikka Whisky.

Noch im selben Jahr entstand die Yoichi Distillery.

Yoichi sollte Taketsurus persönliche Whiskyvision verkörpern.

Das Klima war rau, kalt und von starken jahreszeitlichen Schwankungen geprägt. Für Taketsuru erinnerte die Landschaft an Schottland.

1936 begann die Destillation, und 1940 erschien schließlich der erste Whisky von Nikka.

Damit existierten nun zwei große Säulen der japanischen Whiskygeschichte:

Suntory und Nikka.

Die eine Entwicklung ging aus Torii und Yamazaki hervor, die andere aus Taketsuru und Yoichi.


Japanischer Whisky zwischen Tradition und westlichem Vorbild

Schon in dieser frühen Phase entstand etwas, das den japanischen Whisky bis heute prägt.

Japan kopierte Schottland nicht einfach.

Schottland lieferte das technische Fundament.

Japan fügte seine eigene Philosophie hinzu.

Das zeigt sich beispielsweise bei der Bedeutung des Wassers, bei der Auswahl der Standorte, bei der Verarbeitung und später bei der Verwendung unterschiedlicher Fassarten.

Auch die japanische Vorstellung von Präzision und handwerklicher Perfektion spielte eine immer größere Rolle.

Aus dem westlichen Vorbild entstand damit langsam eine eigenständige japanische Interpretation.


Krieg, Nachkriegszeit und wirtschaftliche Schwierigkeiten

Die Entwicklung verlief jedoch keineswegs geradlinig.

Der Zweite Weltkrieg und die Nachkriegszeit stellten die Whiskyproduzenten vor enorme Herausforderungen.

Rohstoffe waren knapp, die wirtschaftliche Situation war schwierig und hochwertiger Whisky benötigte vor allem eines:

Zeit.

Ein Whisky, der mehrere Jahre im Fass lagert, bindet Kapital. Während der Whisky reift, kann er nicht verkauft werden.

Nikka beschreibt diese erste Unternehmensphase deshalb ausdrücklich als eine Zeit zwischen Hoffnung und wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Nach dem Krieg musste Taketsuru sogar günstigere Whiskyprodukte anbieten, um die schwierige wirtschaftliche Situation zu überstehen.

Diese Phase macht deutlich, dass die Geschichte des japanischen Whiskys nicht nur von handwerklicher Leidenschaft erzählt.

Sie ist auch eine Geschichte wirtschaftlicher Risiken.


Der wirtschaftliche Wandel

Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich Japan rasant.

Das Land entwickelte sich zu einer der wichtigsten Industrienationen der Welt. Mit wachsendem Wohlstand änderten sich auch die Konsumgewohnheiten.

Westliche Lebensweise und westliche Getränke wurden zunehmend populär.

Whisky entwickelte sich vom exotischen Importprodukt zu einem Bestandteil der japanischen Trinkkultur.

Suntory und Nikka bauten ihre Produktion aus und entwickelten neue Marken.

Bei Nikka entstanden unter anderem Black Nikka, Super Nikka und Hi-Nikka. Gleichzeitig wurden neue Produktionsanlagen errichtet und später mit der Miyagikyo Distillery eine zweite wichtige Brennerei geschaffen.

Suntory wiederum entwickelte Produkte wie Kakubin und später Yamazaki, Hakushu und Hibiki.

Die Whiskyindustrie wuchs.

Doch mit dem wirtschaftlichen Erfolg kamen neue Herausforderungen.


Gai-Atsu – wenn der Druck von außen kommt

Ein Begriff, der für die wirtschaftliche Geschichte des japanischen Whiskys besonders interessant ist, lautet:

Gai-Atsu – 外圧.

Wörtlich bedeutet der Begriff ungefähr „äußerer Druck“.

In der japanischen Geschichte beschreibt Gai-Atsu Situationen, in denen Entwicklungen innerhalb Japans durch politischen, wirtschaftlichen oder internationalen Druck von außen beeinflusst wurden.

Auch die Whiskyindustrie erlebte eine solche Phase.

Japan hatte über Jahrzehnte einen stark regulierten Alkohol- und Importmarkt. Importierte Spirituosen waren mit erheblichen Handelsbarrieren und unterschiedlichen steuerlichen Regelungen konfrontiert.

Mit zunehmender internationaler wirtschaftlicher Integration wuchs der Druck, diese Strukturen zu verändern.

Besonders wichtig war die Liberalisierung des Imports von westlichen Spirituosen 1971. In historischen Darstellungen wird dieser Schritt mit Forderungen aus dem Ausland und insbesondere mit dem Druck aus Großbritannien und über das GATT-System in Verbindung gebracht.

Damit veränderte sich der Wettbewerb grundlegend.

Japanische Whiskyhersteller mussten sich zunehmend mit importiertem Scotch auseinandersetzen.

Der äußere Druck hatte damit eine paradoxe Wirkung:

Er stellte die heimische Whiskyindustrie vor eine erhebliche Herausforderung – zwang sie aber gleichzeitig dazu, sich in einem stärker internationalisierten Markt zu behaupten.


Gai-Atsu und die Reform des Whisky-Marktes

Noch einschneidender wurde die Entwicklung 1989.

Japan schaffte die bisherige Einteilung des Whiskys in die Kategorien Special, First und Second Grade ab und reformierte gleichzeitig das Steuersystem.

Damit veränderte sich auch die Preisstruktur.

Importierter Whisky wurde günstiger und war zunehmend im japanischen Handel erhältlich. Für viele japanische Produzenten bedeutete dies einen erheblichen Wettbewerbsdruck.

Die Liberalisierung war also nicht einfach eine einzelne politische Entscheidung.

Sie veränderte die gesamte Marktstruktur.

Japanischer Whisky musste nun stärker mit internationalen Produkten konkurrieren.


Vom Whisky-Boom zum Whisky-Tief

Die Nachkriegsjahrzehnte hatten den Whisky in Japan groß gemacht.

In den frühen 1980er-Jahren erreichte der Whiskyverbrauch in Japan einen Höhepunkt. Doch anschließend setzte ein langer Abschwung ein, der sich über die 1990er- und 2000er-Jahre erstreckte.

Andere Getränke wurden beliebter.

Vor allem Shochu gewann an Bedeutung.

Gleichzeitig veränderten sich die Vorstellungen jüngerer Konsumenten vom Whisky.

Die Folge war dramatisch:

Die Nachfrage sank.

Für die Whiskyindustrie bedeutete dies weniger Produktion, weniger Investitionen und teilweise sogar die Einstellung von Destillationsaktivitäten.

Einige japanische Brennereien verschwanden vollständig oder stellten ihre Produktion für längere Zeit ein.

Aus heutiger Sicht ist diese Phase besonders wichtig.

Denn sie erklärt, warum japanischer Whisky später zu einer solchen Rarität werden konnte.


Die paradoxe Folge des Niedergangs

Whisky braucht Zeit.

Das wurde in dieser Phase zum Problem – und später zum Vorteil.

Als die Nachfrage zurückging, reduzierten viele Hersteller ihre Produktion.

Teilweise wurden Brennereien geschlossen oder Destillationsanlagen stillgelegt.

Gleichzeitig reiften bereits vorhandene Fässer weiter.

Was während des Whisky-Tiefs wie ein wirtschaftliches Problem aussah, wurde Jahre später zu einem entscheidenden Faktor für die Renaissance des japanischen Whiskys.

Denn als das internationale Interesse wieder zunahm, waren alte japanische Whiskys nur begrenzt verfügbar.

Und genau diese Knappheit machte viele Abfüllungen besonders begehrt.


Die Renaissance des japanischen Whiskys

Ab den 2000er-Jahren begann sich das Bild zu verändern.

Japanische Whiskys wurden bei internationalen Wettbewerben zunehmend wahrgenommen.

Ein wichtiger Meilenstein war 2001 der Erfolg eines Yoichi Single Cask 10 Years Old, der bei einem internationalen Whiskywettbewerb die höchste Auszeichnung erhielt.

Auch Suntory konnte international große Erfolge feiern.

2003 erhielt der Yamazaki 12 Years Old Gold beim International Spirits Challenge. Dieser Erfolg trug wesentlich dazu bei, die internationale Aufmerksamkeit auf japanischen Whisky zu lenken. (

Plötzlich änderte sich die Wahrnehmung.

Japanischer Whisky wurde nicht mehr nur als japanische Interpretation von Scotch betrachtet.

Er wurde zunehmend als eigenständige Whiskytradition wahrgenommen.


2014 – ein weiterer Wendepunkt

Eine besondere Rolle spielte schließlich die japanische Fernsehserie „Massan“, die 2014/2015 ausgestrahlt wurde.

Die Serie erzählte die Geschichte von Masataka Taketsuru und seiner schottischen Frau Rita.

Damit wurde die Geschichte der japanischen Whiskyproduktion einem breiten japanischen Publikum nähergebracht. Nikka berichtet, dass die Serie das Interesse an der Geschichte und an Whisky zusätzlich verstärkte.

Ausgerechnet die Geschichte eines Mannes, der einst nach Schottland gegangen war, um Whisky zu lernen, wurde damit selbst Teil des modernen japanischen Whiskybewusstseins.


Was macht japanischen Whisky heute aus?

Die Antwort liegt nicht in einem einzigen Produktionsverfahren.

Es ist vielmehr die Verbindung verschiedener Einflüsse.

Da ist zunächst das schottische Fundament:

Malt Whisky, Pot Stills, Fassreifung und Blending bilden die technische Grundlage.

Dazu kommt die japanische Interpretation:

präzise Arbeitsweise, die Bedeutung des Wassers, die sorgfältige Auswahl der Fässer, unterschiedliche Klimazonen und ein ausgeprägtes Streben nach Balance.

Ein gutes Beispiel ist die Verwendung von Mizunara, der japanischen Eiche.

Sie kann dem Whisky besondere Aromen verleihen, stellt die Fassherstellung aber gleichzeitig vor erhebliche handwerkliche Herausforderungen.

Auch die klimatischen Bedingungen unterscheiden sich deutlich von Schottland.

Yamazaki beispielsweise liegt in einer Region mit ausgeprägten jahreszeitlichen Veränderungen und hoher Luftfeuchtigkeit. Diese Bedingungen beeinflussen die Reifung des Whiskys.


Von der Nachahmung zur eigenen Identität

Vielleicht ist das der interessanteste Aspekt der gesamten Geschichte.

Am Anfang stand die Bewunderung für Schottland.

Japan wollte lernen, wie echter Whisky hergestellt wird.

Masataka Taketsuru ging deshalb nach Schottland.

Shinjiro Torii wiederum wollte dieses Wissen nutzen, um einen Whisky für den japanischen Geschmack zu entwickeln.

Doch nach Jahrzehnten der Entwicklung wurde aus der Kopie etwas Eigenständiges.

Japanischer Whisky wurde zu einer eigenen Stilrichtung.

Das ist ein bemerkenswerter kultureller Prozess:

Westliches Wissen wurde übernommen, japanisch interpretiert und schließlich international zurückgegeben.


Der wirtschaftliche Wandel als Teil der Whiskygeschichte

Die Geschichte des japanischen Whiskys zeigt außerdem, wie eng Whisky und Wirtschaft miteinander verbunden sind.

In der Aufbauphase war Whisky ein riskantes Geschäft.

Die Produzenten mussten jahrelang investieren, bevor sie ihre Produkte verkaufen konnten.

Während des Wirtschaftsbooms wurde Whisky zum Symbol des wachsenden Wohlstands.

Der Whiskyboom der 1970er- und frühen 1980er-Jahre führte zu einer erheblichen Ausweitung des Marktes.

Dann folgten Liberalisierung, internationale Konkurrenz, veränderte Konsumgewohnheiten und eine jahrzehntelange Krise.

Und schließlich kam die internationale Renaissance.

Der wirtschaftliche Wandel beeinflusste also nicht nur die Preise und Verkaufszahlen.

Er beeinflusste auch, welche Brennereien überlebten, welche Whiskys produziert wurden und welche alten Bestände Jahrzehnte später überhaupt noch vorhanden waren.


Gai-Atsu – Fluch und Motor zugleich

Der Begriff Gai-Atsu lässt sich deshalb besonders gut auf die Geschichte des japanischen Whiskys übertragen.

Der äußere Druck brachte Veränderungen.

Die Öffnung des Marktes erhöhte den Wettbewerb.

Internationale Konkurrenz setzte die japanischen Hersteller unter Druck.

Gleichzeitig zwang diese Entwicklung die Branche dazu, sich stärker mit internationalen Standards, Qualität und Wettbewerb auseinanderzusetzen.

Gai-Atsu war damit nicht einfach nur eine Bedrohung.

Er war Teil eines Prozesses, in dem sich die japanische Whiskyindustrie neu positionieren musste.

Und genau daraus entwickelte sich langfristig eine Branche, die selbst international Maßstäbe setzte.


Eine Geschichte von zwei Männern

Wenn man die Geschichte des japanischen Whiskys auf zwei Personen konzentrieren möchte, kommt man kaum an Shinjiro Torii und Masataka Taketsuru vorbei.

Torii war der Unternehmer und Visionär.

Er glaubte daran, dass Japan einen eigenen Whisky herstellen konnte und gründete 1923 die Yamazaki Distillery.

Taketsuru war der Techniker und Whiskyhandwerker.

Er ging nach Schottland, studierte dort die Whiskyherstellung und brachte dieses Wissen nach Japan zurück.

Doch ihre Bedeutung liegt nicht nur darin, dass sie die ersten Brennereien gründeten.

Sie verkörpern zwei Seiten derselben Entwicklung:

Torii stellte die Frage: „Kann Japan Whisky machen?“

Taketsuru zeigte, wie es funktionieren konnte.

Aus dieser Verbindung entstand der Anfang der japanischen Whiskygeschichte.


Vom Außenseiter zum internationalen Whiskyland

Heute erscheint es fast selbstverständlich, dass japanischer Whisky zu den großen Whiskytraditionen der Welt gehört.

Historisch betrachtet ist das jedoch alles andere als selbstverständlich.

Noch vor gut hundert Jahren war Whisky in Japan ein westliches Importprodukt.

Dann kamen die ersten Nachahmungen.

Es folgten Torii, Taketsuru, Yamazaki und Yoichi.

Danach kamen Krieg, Wiederaufbau, Wirtschaftswunder, Whiskyboom, Liberalisierung, Gai-Atsu und eine jahrzehntelange Krise.

Und schließlich die internationale Anerkennung.

Die Geschichte des japanischen Whiskys ist deshalb weit mehr als eine Chronologie von Brennereien und Abfüllungen.

Sie erzählt von einem Land, das fremde Einflüsse aufgenommen hat, ohne seine eigene Identität aufzugeben.

Sie erzählt von Menschen, die bereit waren, über den Horizont hinauszuschauen.

Und sie erzählt von einer Spirituose, deren wichtigste Zutat vielleicht tatsächlich Geduld ist.


Die wichtigsten Stationen im Überblick

1853: Mit Commodore Perry gelangt Whisky in größerem historischen Zusammenhang nach Japan.

1871: Erste dokumentierte Whiskyimporte durch ein britisches Handelsunternehmen in Yokohama.

1894: Geburt von Masataka Taketsuru.

1916: Taketsuru beginnt bei Settsu Shuzo zu arbeiten.

1918: Reise Taketsurus nach Schottland.

1920: Rückkehr Taketsurus nach Japan gemeinsam mit Rita.

1923: Shinjiro Torii beginnt mit dem Bau der Yamazaki Distillery.

1924: Fertigstellung der Yamazaki Distillery.

1929: Suntory Shirofuda erscheint als erster authentischer japanischer Whisky.

1934: Taketsuru gründet Dai Nippon Kaju und baut die Yoichi Distillery auf.

1940: Der erste Nikka Whisky erscheint.

1950er/1960er: Whisky wird zunehmend Bestandteil der japanischen Konsumkultur.

1971: Liberalisierung des Imports westlicher Spirituosen – ein wichtiger Schritt im Zusammenhang mit internationalem wirtschaftlichem Druck.

1980er: Höhepunkt des japanischen Whiskybooms.

1989: Abschaffung der bisherigen Whisky-Klassen und weitere Marktöffnung.

1990er/2000er: Langer Einbruch des Whiskyverbrauchs.

2001: Internationaler Erfolg des Yoichi Single Cask 10 Years Old.

2003: Yamazaki 12 Years Old gewinnt Gold beim International Spirits Challenge.

2014/2015: Die TV-Serie „Massan“ bringt die Geschichte von Taketsuru und Rita einem breiten Publikum näher.

2020er: Japanischer Whisky ist international etabliert und wird zunehmend als eigenständige Whiskytradition wahrgenommen.


Fazit: Eine junge Tradition mit langer Geschichte

Japanischer Whisky ist eine noch relativ junge Whiskytradition.

Und vielleicht macht gerade das seine Geschichte so spannend.

Seine Wurzeln liegen nicht in jahrhundertelangen Whiskytraditionen, sondern in der Begegnung Japans mit dem Westen. Aus dieser Begegnung entstanden zunächst Nachahmungen. Dann kamen Menschen wie Shinjiro Torii und Masataka Taketsuru, die aus westlichem Wissen etwas Eigenes schaffen wollten.

Der wirtschaftliche Wandel stellte diese junge Industrie immer wieder vor neue Herausforderungen.

Und der Gai-Atsu, der äußere wirtschaftliche und politische Druck, veränderte den japanischen Whisky-Markt nachhaltig.

Doch die japanischen Whiskyhersteller reagierten nicht nur mit Anpassung.

Sie entwickelten eine eigene Vorstellung davon, was Whisky sein kann.

Heute stehen japanische Whiskys für eine besondere Verbindung aus schottischer Whiskytradition und japanischer Handwerksphilosophie.

Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis ihres Erfolges:

Japan hat den Whisky nicht erfunden.

Aber Japan hat gelernt, ihn auf seine eigene Weise zu erzählen.

Und diese Geschichte begann mit einem Traum von Shinjiro Torii, dem Wissen von Masataka Taketsuru und dem Mut, aus einem westlichen Getränk etwas zutiefst Japanisches zu machen.

Fortsetzung folgt

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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überarbeitet. Die Verkostungs- und Bewertungseindrücke geben die persönliche Einschätzung von Taunus Tastings wieder.



Glenfarclas 190th Anniversary Edition 2026

Single Malt Whisky Posted on 26/09/2026 20:48
Eine Flasche Glenfarclas 190th Anniversary Edition 2026 im Sonnenuntergang

Glenfarclas 190th Anniversary Edition 2026 – 190 Jahre Familiengeschichte im Glas

Fünf Jahrzehnte, 78 Fässer und die Essenz von Glenfarclas: Mit der Glenfarclas 190th Anniversary Edition 2026 feiert die traditionsreiche Speyside-Brennerei ihr 190-jähriges Bestehen. Die limitierte Abfüllung bildet gleichzeitig den Abschluss der Anniversary Trilogy nach Glenfarclas 175 und Glenfarclas 185.

Es gibt Whiskys, die in erster Linie durch ihr Alter beeindrucken. Und es gibt Abfüllungen, bei denen die Geschichte selbst ein Teil des Whiskys ist. Die Glenfarclas 190th Anniversary Edition 2026 gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.

190 Jahre Brennereigeschichte lassen sich schließlich nicht in ein einzelnes Fass packen. Deshalb haben die Verantwortlichen bei Glenfarclas einen anderen Weg gewählt: Für diese Jubiläumsabfüllung wurden Whiskys aus fünf verschiedenen Jahrzehnten miteinander vermählt. Insgesamt 78 Fässer bilden die Grundlage der Komposition.

Dabei treffen fruchtbetonte Whiskys aus den 1970er-Jahren auf die intensive Sherryprägung der 1980er- und 1990er-Jahre. Jüngere Komponenten aus den 2000er-Jahren ergänzen das Profil um Toffee- und Karamellnoten. Das Ergebnis soll nicht einfach eine Ansammlung unterschiedlicher Jahrgänge sein, sondern eine gemeinsame Interpretation dessen, wofür Glenfarclas seit Generationen steht.

Abgefüllt wird der Glenfarclas 190 mit 51,4 % vol. – ohne Kühlfiltration und ohne Zusatz von Farbstoffen.


Glenfarclas – seit 1836 in Familienhand

Die Geschichte von Glenfarclas beginnt im Jahr 1836, als der Bauer Robert Hay auf der Rechlerich Farm eine Brennerei errichtete.

Am 8. Juni 1865 übernahm John Grant die Farm und kaufte gleichzeitig die Brennerei. Der Kaufpreis betrug 511 Pfund und 19 Schilling. Grant war zu diesem Zeitpunkt bereits 60 Jahre alt und hatte gemeinsam mit seiner Frau Barbara sechs Kinder.

Während John Grant weiterhin auf seiner Blairfindy Farm tätig war, kümmerten sich sein entfernter Cousin John Smith und sein Sohn George Grant um Rechlerich und die Brennerei. Smith verließ Glenfarclas 1870 und gründete später die Brennerei Cragganmore.

Als John Grant 1889 starb, übernahm sein Sohn George die Farm und Brennerei. Doch auch er verstarb bereits ein Jahr später. Glenfarclas ging daraufhin an seine Söhne John und George sowie seine Witwe Elsie.

Der Pattison-Skandal

Die 1890er-Jahre waren eine Boomzeit für Scotch Whisky. Auch bei Glenfarclas wollte man vom wachsenden Markt profitieren. Die Brüder gingen deshalb eine Partnerschaft mit Pattison, Elder & Co. ein.

Diese Entscheidung sollte sich jedoch als schwerer Fehler erweisen. Der Zusammenbruch des Whiskybooms und der Pattison-Krise brachte zahlreiche Unternehmen in Schwierigkeiten und führte auch die Grants beinahe an den finanziellen Abgrund.

Glenfarclas überstand diese schwierige Phase letztlich. Das Unternehmen wurde zu J. & G. Grant, und George Grant führte die Brennerei schließlich allein weiter.


George Scott Grant und der Grundstein für die alten Glenfarclas-Fässer

Eine besonders wichtige Rolle in der jüngeren Geschichte spielte George Scott Grant, der die Brennerei in der vierten Generation der Familie führte.

Er stand insgesamt 52 Jahre lang bis zu seinem Tod im Jahr 2002 an der Spitze des Unternehmens. Unter seiner Führung wurde ein umfangreicher Fassbestand aufgebaut.

Eine seiner strategisch wichtigen Entscheidungen bestand darin, nicht zu große Mengen Whisky an Blender abzugeben. Dadurch blieb mehr Destillat im eigenen Lagerbestand.

Das ist einer der Gründe, weshalb Glenfarclas heute über einen außergewöhnlich umfangreichen Bestand älterer Whiskys verfügt – und genau dieser Bestand eröffnet Möglichkeiten für außergewöhnliche Jubiläumsabfüllungen wie den Glenfarclas 190.


Die sechste Generation übernimmt

Nach dem Tod von George S. Grant übernahm John L. S. Grant 2002 den Vorsitz.

Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits drei Jahrzehnte im Familienunternehmen gearbeitet. Er ist unter anderem für die Auswahl der spanischen Sherryfässer verantwortlich, die für die Reifung des Glenfarclas-Whiskys verwendet werden.

Auch die Family Casks sind eng mit dieser Familiengeschichte verbunden.

Glenfarclas gehört damit bis heute zu den wenigen schottischen Whiskyproduzenten, die sich weiterhin vollständig in Familienhand befinden. Die Brennerei selbst betont, dass inzwischen sechs Generationen der Familie Grant als Hüter der Marke tätig waren.


Glenfarclas 190 – fünf Jahrzehnte Whiskygeschichte

Mit dem Glenfarclas 190th Anniversary verfolgt die Brennerei ein außergewöhnliches Konzept.

Anstatt einen einzelnen besonders alten Whisky in den Mittelpunkt zu stellen, wurde eine Assemblage aus fünf Jahrzehnten geschaffen.

Dabei lässt sich das Aromenkonzept grob in verschiedene historische Ebenen aufteilen:

1970er-Jahre:
Fruchtige und reife Aromen bringen Frische und Tiefe in die Komposition.

1980er- und 1990er-Jahre:
Hier kommt die charakteristische Glenfarclas-Sherryprägung stärker zum Ausdruck. Reichhaltige, dunklere und würzigere Noten bilden das Rückgrat.

2000er-Jahre:
Toffee und Karamell sorgen für zusätzliche Süße und eine weichere, moderne Facette.

Besonders interessant ist dabei, dass die Brennerei insgesamt 78 Fässer ausgewählt hat. Die finale Zusammenstellung wurde von Distillery Manager Callum Fraser und Managing Director Douglas Belford vorgenommen.

Glenfarclas beschreibt die Abfüllung damit als eine geschmackliche Reise durch die eigene Geschichte.


Der Jahrgang 2014 und die grünen Äpfel

Ein weiterer interessanter Aspekt der Abfüllung ist die Beteiligung jüngerer Komponenten.

Mehrere Händler und Produktbeschreibungen führen insbesondere grüne Apfelnoten auf jüngere Bestandteile zurück. Eine Quelle nennt dabei den Jahrgang 2014 und eine Veränderung der verwendeten Hefekultur als wichtigen Einfluss auf dieses frische Aromenelement.

Damit bekommt der Glenfarclas 190 neben den schweren Sherry-, Frucht- und Süßnoten auch einen frischen Kontrapunkt.

Genau diese Verbindung aus älteren, reiferen Whiskycharakteren und jüngeren, fruchtigeren Komponenten macht den Aufbau der Jubiläumsabfüllung besonders interessant.


Die Glenfarclas 190th Anniversary Edition im Überblick

MerkmalGlenfarclas 190th Anniversary
BrennereiGlenfarclas
AbfüllungGlenfarclas 190th Anniversary Edition
Jahr2026
RegionSpeyside
WhiskytypHighland Single Malt Scotch Whisky
AlterNAS
Fassauswahl78 Fässer
Zeitraum der verwendeten Whiskysfünf Jahrzehnte
FasstypSherry Casks
Alkoholgehalt51,4 % vol.
AbfüllungOriginalabfüllung
KühlfiltrationNein
FarbstoffNein
Auflage15.000 Flaschen

Die limitierte Edition umfasst nach Händlerangaben 15.000 Flaschen.


Glenfarclas 190th Anniversary – die Verkostung

Farbe

Ein kräftiger Bernsteinton mit warmer, goldbrauner Anmutung. Die Farbe passt hervorragend zum Charakter, den man von einer sherrybetonten Glenfarclas-Abfüllung erwartet.

Da der Whisky ohne Farbstoff abgefüllt wird, stammt die Farbe ausschließlich aus dem Whisky und seiner Fassreifung.


Aroma

Schon beim ersten Kontakt zeigt der Glenfarclas 190 seine fruchtige Seite.

Grüne Äpfel treffen auf süßen Sherry, Toffee und Karamell. Dazu gesellen sich Trockenfrüchte und die würzigen Aromen eines reichhaltigen Früchtekuchens.

Mit etwas Zeit im Glas wird das Profil komplexer. Süße und Würze gehen ineinander über, während dunklere Noten zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Auch die offiziellen Verkostungsnotizen betonen die Kombination aus grünen Äpfeln, Sherry-Süße und würzigem Weihnachts- beziehungsweise Früchtekuchen. (Glenfarclas)


Geschmack

Am Gaumen zeigt sich der Glenfarclas 190 reichhaltig, weich und samtig.

Die grünen Äpfel bringen eine frische Fruchtnote mit, während die Sherry-Süße für Fülle sorgt. Dazu kommen würziger Früchtekuchen, Toffee und dunkle Schokolade.

Gerade die Verbindung aus Frucht und dunklen Süßnoten gefällt mir bei diesem Whisky besonders gut. Er wirkt nicht eindimensional sherrylastig, sondern baut sein Aromenspiel aus unterschiedlichen Ebenen auf.

Die 51,4 % vol. geben dem Whisky dabei ausreichend Kraft, ohne dass die Aromen von der Alkoholstärke überlagert werden.


Abgang

Der Abgang ist lang und anhaltend.

Dunkle Schokolade bleibt auf der Zunge zurück, begleitet von würzigen und leicht trockenen Eindrücken. Dazu kommt eine dezente Note von frischem Tabak, die dem Finale eine erwachsene, klassische Richtung gibt.

Gerade diese Tabaknote passt hervorragend zu den dunkleren Sherry- und Schokoladentönen.


Fünf Jahrzehnte in einem Whisky

Was den Glenfarclas 190 besonders interessant macht, ist weniger die Frage nach einem möglichst hohen Alter als die Idee hinter der Abfüllung.

Hier wurde versucht, 190 Jahre Brennereigeschichte geschmacklich zusammenzuführen.

Die älteren Komponenten bringen Frucht und reife Sherryaromen, während die jüngeren Bestandteile Toffee, Karamell und frische Apfelnoten beitragen. Die 78 ausgewählten Fässer bilden dabei eine Art großes aromatisches Mosaik.

Das ist ein anderer Ansatz als bei einer klassischen Jahrgangsabfüllung oder einem einzelnen sehr alten Fass.

Der Glenfarclas 190 ist vielmehr eine Komposition aus verschiedenen Generationen von Glenfarclas-Whisky.


Glenfarclas 190 vs. Glenfarclas 175 und 185

Der Glenfarclas 190 bildet den Abschluss der sogenannten Anniversary Trilogy.

Nach dem Glenfarclas 175 und dem Glenfarclas 185 setzt die Brennerei mit dem 190th Anniversary einen letzten Höhepunkt dieser Jubiläumsreihe.

Besonders spannend ist dabei das Konzept der fünf Jahrzehnte. Die Abfüllung erzählt nicht nur von einem bestimmten historischen Zeitpunkt, sondern versucht, unterschiedliche Epochen der Glenfarclas-Produktion miteinander zu verbinden.

Damit steht der Glenfarclas 190 weniger für eine einzelne Generation als für die Entwicklung der Brennerei über viele Jahrzehnte.


Für wen eignet sich der Glenfarclas 190th Anniversary?

Der Glenfarclas 190 dürfte besonders interessant sein für Whiskyfreunde, die:

  • Sherry-geprägte Single Malts mögen,
  • kräftige Abfüllungen mit über 50 % vol. bevorzugen,
  • fruchtige und dunkle Aromen miteinander kombinieren möchten,
  • sich für die Geschichte schottischer Familienbrennereien interessieren,
  • limitierte Jubiläumsabfüllungen sammeln,
  • oder einen Glenfarclas suchen, der über das klassische Standardportfolio hinausgeht.

Auch für Sammler ist die Abfüllung interessant, da sie den Abschluss der Anniversary Trilogy darstellt.


Mein Eindruck

Der Glenfarclas 190th Anniversary Edition 2026 ist eine Abfüllung, bei der die Geschichte der Brennerei nicht nur auf dem Etikett steht, sondern sich auch im Konzept des Whiskys wiederfindet.

Die Kombination aus Frucht, Sherry, Toffee, Karamell, würzigem Früchtekuchen und dunkler Schokolade ergibt ein ausgesprochen klassisches Glenfarclas-Profil. Gleichzeitig sorgen die grünen Äpfel für Frische und verhindern, dass die Abfüllung ausschließlich von schweren Sherryaromen geprägt wird.

Besonders gefällt mir die Idee, Whiskys aus fünf Jahrzehnten zu einer gemeinsamen Komposition zu verbinden. Die 78 ausgewählten Fässer machen den Glenfarclas 190 zu einer Art flüssiger Zeitreise durch die Geschichte der Brennerei.

Mit 51,4 % vol., ohne Kühlfiltration und ohne Farbstoff bietet die Abfüllung zudem eine kräftige und unverfälschte Präsentation.

Wer Glenfarclas für seine klassische Verbindung aus Sherry, Frucht, Würze und dunkler Süße schätzt, findet hier eine besonders umfangreiche Interpretation dieses Stils.


Fazit

190 Jahre Glenfarclas – und fünf Jahrzehnte davon finden sich in einer einzigen Flasche wieder.

Der Glenfarclas 190th Anniversary Edition 2026 ist kein Whisky, der ausschließlich durch eine hohe Altersangabe beeindrucken möchte. Stattdessen erzählt er seine Geschichte über die Zusammenstellung verschiedener Whisky-Generationen.

78 Fässer, fünf Jahrzehnte, 51,4 % vol. und ein Aromenspiel aus grünen Äpfeln, Sherry, Früchtekuchen, Toffee, Karamell und dunkler Schokolade machen diese limitierte Jubiläumsabfüllung zu einem besonderen Kapitel der Glenfarclas-Geschichte.

Der lange Nachhall mit dunkler Schokolade und frischem Tabak setzt schließlich einen würdigen Schlusspunkt.

Für mich ist besonders spannend, wie die verschiedenen Generationen von Whisky miteinander verbunden werden: Frische Frucht trifft auf alten Sherrycharakter, süßes Toffee auf dunkle Schokolade und traditionelle Glenfarclas-Würze auf moderne Fruchtigkeit.

Damit schließt Glenfarclas seine Anniversary Trilogy nach 175 und 185 mit einer Abfüllung ab, die den Blick nicht nur auf 190 Jahre Vergangenheit richtet, sondern eindrucksvoll zeigt, wie viel Geschichte in einem einzigen Glas Whisky stecken kann. (Glenfarclas)


Steckbrief

Glenfarclas 190th Anniversary Edition 2026

🥃 Brennerei: Glenfarclas
🏴 Region: Speyside, Schottland
🥃 Typ: Highland Single Malt Scotch Whisky
📅 Abfüllung: 2026
🛢️ Fässer: 78 ausgewählte Sherryfässer
🕰️ Whisky aus: fünf Jahrzehnten
💪 Alkohol: 51,4 % vol.
🍾 Flaschengröße: 0,7 Liter
🎨 Farbstoff: keiner
❄️ Kühlfiltration: nein
🔢 Limitierung: 15.000 Flaschen


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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überarbeitet. Die Verkostungs- und Bewertungseindrücke geben die persönliche Einschätzung von Taunus Tastings wieder.



GlenAllachie 4 Jahre Billy Walker 50th Anniversary – Future Edition

Single Malt Whisky Posted on 25/09/2026 19:31
Eine Flasche GlenAllachie 4 Jahre Billy Walker 50th Anniversary – Future Edition im Sonnenuntergang

GlenAllachie 4 Jahre Billy Walker 50th Anniversary – Future Edition

Rauch, Frucht und Fassstärke – ein Blick in die Zukunft von GlenAllachie

Jung, kräftig und ungewöhnlich: Mit der Billy Walker 50th Anniversary Future Edition zeigt GlenAllachie einen Whisky, der ganz bewusst einen Blick nach vorn richtet.

Der 4 Jahre alte Single Malt ist nicht nur die erste getorfte Abfüllung der Brennerei, sondern gleichzeitig der erste GlenAllachie-Whisky, dessen Destillat vollständig unter der Verantwortung von Billy Walker bei GlenAllachie entstanden ist. Damit besitzt diese Abfüllung auch eine besondere historische Bedeutung für die Brennerei.

Abgefüllt wurde der Whisky 2022 mit kräftigen 60,2 % vol. in Fassstärke. Die weltweite Auflage ist auf 10.000 Flaschen limitiert. Auf künstliche Färbung und Kühlfiltration wurde verzichtet.

Und genau diese Kombination macht den Future Edition so interessant: erst vier Jahre alt, getorft, kräftig und gleichzeitig bereits erstaunlich komplex.


GlenAllachie – eine junge Brennerei mit bewegter Geschichte

Die GlenAllachie Distillery wurde 1967 gegründet und gehört damit tatsächlich zu den jüngeren schottischen Brennereien.

Die Produktion begann 1968. In den folgenden Jahrzehnten wechselten die Eigentümer mehrfach, und die Brennerei wurde zeitweise sogar stillgelegt.

Ein entscheidender Wendepunkt kam schließlich 2017. Damals übernahm die von Billy Walker, Trisha Savage und Graham Stevenson geführte The GlenAllachie Distillers Company die Brennerei.

Damit begann ein neues Kapitel.

Billy Walker setzte bei GlenAllachie zahlreiche Veränderungen um. Dazu gehörte unter anderem eine deutliche Reduzierung der Produktionsmenge. Die Brennerei konzentrierte sich stärker auf die Kontrolle der einzelnen Produktionsschritte und insbesondere auf die Entwicklung des Destillats und die spätere Fassreifung. (

Auch die Fermentation wurde deutlich verlängert. GlenAllachie arbeitet mit einer Fermentationszeit von rund 160 Stunden, wodurch ein besonders esterreiches und fruchtiges Destillat entstehen soll.

Diese Veränderungen sind für die Future Edition von besonderer Bedeutung.


Billy Walker – 50 Jahre Whiskygeschichte

Die Future Edition ist Bestandteil der Past, Present & Future Trilogy, mit der GlenAllachie im Jahr 2022 das 50-jährige Wirken von Billy Walker in der Scotch-Whisky-Branche feierte.

Die drei Abfüllungen erzählen dabei jeweils einen Teil seiner beruflichen Geschichte.

Past Edition

Die Past Edition war ein 16 Jahre alter, vollständig in Sherryfässern gereifter Single Malt und stand für Walkers langjährige Beschäftigung mit intensiv sherrybetonten Whiskys.

Present Edition

Die Present Edition war ebenfalls 16 Jahre alt und erhielt ein Finish in Mizunara Virgin Oak. Damit rückte Billy Walkers Experimentierfreude mit außergewöhnlichen Holzarten in den Mittelpunkt.

Future Edition

Die Future Edition schließlich blickt nach vorne.

Sie ist der jüngste Whisky der Trilogie und zeigt erstmals einen getorften GlenAllachie, der vollständig unter der neuen Führung und mit den veränderten Produktionsmethoden entstanden ist.

Damit ist diese Flasche weniger eine klassische Jubiläumsabfüllung als vielmehr eine Art Blick in die zukünftige Entwicklung von GlenAllachie.


Die erste getorfte GlenAllachie-Abfüllung

Das Besondere beginnt bereits beim Rohstoff.

Für die Future Edition wurde die Gerste mit St. Fergus Mainland Peat getrocknet und auf etwa 80 ppm getorft. GlenAllachie weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass der PPM-Wert des Malzes nicht automatisch der Intensität des späteren Rauchs im fertigen Whisky entspricht. Auch die Herkunft des Torfs und die gesamte Produktion beeinflussen den Charakter.

Und genau hier liegt ein interessanter Unterschied zu vielen bekannten Islay-Whiskys.

Der verwendete Torf stammt nicht von einer Inselbrennerei, sondern vom schottischen Festland. GlenAllachie beschreibt diesen Mainland-Peat als eher erdig, holzig und süßer, während Küstentorf häufiger maritime und medizinische Aromen hervorbringen kann.

Der Rauch dieser Abfüllung soll deshalb nicht unbedingt an einen klassischen Islay-Malt erinnern.


Die Reifung – Bourbon, Rye und Virgin Oak

Nach der Destillation wurde der Whisky in einer ungewöhnlichen Kombination von Fässern gereift:

  • ehemalige Rye-Whiskey-Fässer
  • ehemalige Bourbonfässer
  • Virgin Oak Casks

Diese Kombination ist ein wichtiger Bestandteil des Konzepts.

Bourbonfässer können Vanille, Karamell und cremige Süße beitragen. Rye-Fässer bringen häufig zusätzliche Würze und Fruchtigkeit mit. Virgin Oak wiederum kann dem Whisky kräftige Holz-, Gewürz- und Röstaromen verleihen.

Gerade bei einem nur vier Jahre alten Whisky ist der Einfluss des Holzes besonders interessant.

GlenAllachie beschreibt die Kombination als bewussten Versuch, den rauchigen und fruchtigen Charakter des jungen Destillats mit den unterschiedlichen Eigenschaften der verwendeten Fässer zu verbinden.


Die Verkostung

Farbe

Im Glas zeigt sich der Future Edition in einem warmen Bernstein- bis Kupferton.

Die offizielle Produktbeschreibung bezeichnet die Farbe als Auburn.

Schon optisch wirkt der Whisky deutlich kräftiger, als man es vielleicht von einem vier Jahre alten Single Malt erwarten würde.


Aroma

In der Nase beginnt die Verkostung ausgesprochen vielschichtig.

Honigwaben, Trockenfrüchte und Haselnüsse bilden den süßen und nussigen Auftakt. Dahinter erscheinen schwelende Eiche, dunkle Schokolade und warme Zimtäpfel.

Dann kommt der Rauch hinzu.

Er wirkt nicht ausschließlich trocken oder medizinisch, sondern verbindet sich mit der süßen Fruchtigkeit des Destillats. Gerade diese Kombination macht die Nase interessant.

Die dunkle Schokolade bringt zusätzlich Tiefe, während Zimt und Apfel für eine warme, fruchtige Würze sorgen.


Geschmack

Am Gaumen zeigt die Future Edition deutlich, dass vier Jahre bei GlenAllachie nicht automatisch einen einfachen Whisky bedeuten.

Der erste Eindruck ist kräftig und intensiv.

Mit Zimt geschmorte Birnen, geröstete Mandeln und Heidehonig treffen auf Pfeifentabak. Anschließend entwickelt sich eine deutlich rauchigere Seite mit geräucherter Gerste.

Dazu kommen Vanille-Toffee und Obstgartenfrüchte.

Besonders spannend ist dabei das Zusammenspiel aus Süße, Frucht, Rauch und Holz.

Der Whisky wirkt jung – und genau das gehört zu seinem Charakter. Gleichzeitig besitzt er durch die Fasskombination eine überraschende aromatische Tiefe.


60,2 % vol. – Fassstärke mit Charakter

Die 60,2 % vol. machen deutlich, dass die Future Edition kein Whisky für einen vorsichtigen Einstieg ist.

Abgefüllt wurde direkt in natürlicher Fassstärke, ohne Kühlfiltration und ohne zusätzliche Färbung.

Ein solcher Whisky bietet sich geradezu dafür an, zunächst pur probiert zu werden.

Anschließend kann ein kleiner Tropfen Wasser interessante Veränderungen hervorbringen. Gerade bei 60,2 % vol. kann sich das Aromenspektrum durch vorsichtige Verdünnung verändern und zusätzliche Frucht- oder Süßenoten freilegen.

Hier lohnt es sich, langsam vorzugehen. Nicht gleich viel Wasser hinzufügen, sondern Tropfen für Tropfen arbeiten.


Der Abgang

Der Abgang verbindet die unterschiedlichen Seiten des Whiskys miteinander.

Rauch und geröstete Gerste bleiben zunächst präsent. Dazu kommen Vanille-Toffee, dunklere Holznoten und Frucht.

Die Süße hält dagegen und verhindert, dass der Rauch zu dominant wird.

Gerade diese Verbindung von rauchiger Gerste, süßem Toffee und fruchtigen Noten gibt dem Whisky seinen besonderen Charakter.


Ein vier Jahre alter Whisky als Blick in die Zukunft

Die Altersangabe von vier Jahren könnte auf den ersten Blick dazu verleiten, den Whisky ausschließlich als jungen und kräftigen Dram zu betrachten.

Das würde der Future Edition allerdings nicht ganz gerecht werden.

Denn genau darum geht es bei dieser Abfüllung: Sie soll zeigen, wohin sich GlenAllachie unter Billy Walker entwickeln kann.

Die Brennerei selbst bezeichnet die Future Edition als ersten unter Walkers Eigentümerschaft produzierten Whisky und als Vorschau auf zukünftige getorfte GlenAllachie-Abfüllungen.

Damit ist die Flasche gewissermaßen ein historischer Zwischenstand.

Man probiert nicht einfach einen vier Jahre alten getorften Whisky, sondern einen Whisky aus den ersten Jahren einer neuen GlenAllachie-Ära.


Für wen eignet sich die Future Edition?

Die Abfüllung ist besonders interessant für Whiskyfreunde, die gerne junge, kräftige und experimentelle Single Malts probieren.

Wer Rauch mag, aber nicht unbedingt den klassischen maritimen Islay-Stil sucht, bekommt hier eine andere Interpretation.

Auch Fans von Billy Walker und GlenAllachie dürften an dieser Abfüllung besonderes Interesse haben, denn sie dokumentiert einen wichtigen Moment in der Geschichte der Brennerei.

Für Einsteiger sind 60,2 % vol. allerdings eine Herausforderung. Hier sollte man sich Zeit nehmen und gegebenenfalls mit etwas Wasser arbeiten.


Mein persönlicher Eindruck

Die GlenAllachie Billy Walker 50th Anniversary Future Edition ist für mich vor allem deshalb interessant, weil sie Geschichte und Whisky miteinander verbindet.

Vier Jahre sind auf dem Papier wenig. Doch genau dieses junge Alter ist hier Teil der Geschichte.

Es handelt sich um einen Whisky, der den Beginn einer neuen GlenAllachie-Ära dokumentiert. Die erste getorfte Abfüllung der Brennerei und zugleich das erste unter Billy Walkers Verantwortung produzierte Destillat machen ihn zu einem besonderen Zeitzeugnis.

Im Glas gefällt mir besonders das Zusammenspiel von Honig, Trockenfrüchten, Nüssen und Schokolade mit Rauch, Zimt und geröstetem Holz.

Dazu kommt die kräftige Fassstärke von 60,2 % vol.

Die Future Edition möchte meiner Meinung nach gar nicht den Eindruck erwecken, ein jahrzehntealter Whisky zu sein. Sie zeigt vielmehr, was ein junges, sorgfältig produziertes und ungewöhnlich gereiftes Destillat bereits leisten kann.

Und genau darin liegt für mich der Reiz dieser Abfüllung.


Die Fakten

  • Whisky: The GlenAllachie Billy Walker 50th Anniversary Future Edition
  • Kategorie: Single Malt Scotch Whisky
  • Destillerie: GlenAllachie
  • Region: Speyside
  • Alter: 4 Jahre
  • Abfüllung: 2022
  • Alkoholgehalt: 60,2 % vol.
  • Abfüllungsart: Cask Strength
  • Getorft: Ja
  • Torf: Mainland Peat aus St. Fergus
  • Malz: etwa 80 ppm beim Kilning
  • Fässer: ehemalige Rye- und Bourbonfässer sowie Virgin Oak
  • Farbe: Auburn
  • Kühlfiltration: Nein
  • Färbung: Nein
  • Auflage: 10.000 Flaschen weltweit
  • Besonderheit: erste getorfte GlenAllachie-Abfüllung
  • Besonderheit: erstes unter Billy Walkers Verantwortung produziertes GlenAllachie-Destillat

Fazit

Der GlenAllachie Billy Walker 50th Anniversary Future Edition ist ein Whisky mit einer besonderen Geschichte.

Er ist jung, kräftig und getorft – und genau dadurch unterscheidet er sich deutlich von vielen klassischen Speyside-Abfüllungen.

Honigwaben, Trockenfrüchte, Haselnüsse, dunkle Schokolade, Zimt, Birnen, geröstete Mandeln und Rauch ergeben ein abwechslungsreiches Aromenspiel. Die Reifung in Bourbon-, Rye- und Virgin-Oak-Fässern bringt zusätzliche Würze und Süße ins Spiel.

Doch die wichtigste Besonderheit liegt für mich nicht allein im Geschmack.

Diese Flasche dokumentiert den Beginn einer neuen GlenAllachie-Ära unter Billy Walker. Als erste getorfte Abfüllung und erstes vollständig unter seiner Verantwortung produziertes GlenAllachie-Destillat ist sie ein Stück Brennereigeschichte. (

Der Name Future Edition passt deshalb ausgesprochen gut.

Denn dieser vier Jahre alte Whisky wollte 2022 nicht nur zeigen, was GlenAllachie damals konnte – sondern vor allem, wohin die Reise gehen könnte.

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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überarbeitet. Die Verkostungs- und Bewertungseindrücke geben die persönliche Einschätzung von Taunus Tastings wieder.



Speyside Connection 10 Jahre

Blend & Grain Posted on 24/09/2026 13:46
Eine Flasche Speyside Connection 10 Jahre im Hintergrund ein Viadukt

The Speyside Connection 10 Jahre – Speyside in ihrer intensivsten Form

Macallan trifft Tamdhu – eine außergewöhnliche Verbindung von Reife, Sherry und Kraft

Mit dem The Speyside Connection 10 Jahre präsentiert North Star Spirits die vierte Edition der Connections-Serie – und schon die Zusammensetzung macht diese Abfüllung ausgesprochen interessant.

Hier treffen verschiedene Speyside-Destillate aufeinander, darunter Macallan 35 Jahre, Tamdhu 20 Jahre und Macallan 10 Jahre. Vermählt wurden damit Whiskys mit teilweise deutlich höherem Alter als die Altersangabe des fertigen Blended Malts vermuten lässt.

Gereift beziehungsweise geprägt von Sherry Butts und Hogsheads und mit kräftigen 52 % vol. abgefüllt, richtet sich diese Small-Batch-Edition ganz klar an Whiskyfreunde, die intensive Sherryaromen, eine kräftige Textur und komplexe Speyside-Whiskys schätzen.


North Star Spirits – unabhängige Whiskyabfüllungen mit eigenem Charakter

Hinter The Speyside Connection steht North Star Spirits, ein unabhängiger schottischer Abfüller, der sich insbesondere mit limitierten Single-Cask- und Small-Batch-Abfüllungen einen Namen gemacht hat.

Die Connections-Serie verfolgt dabei einen etwas anderen Ansatz. Statt ausschließlich ein einzelnes Fass oder eine einzelne Brennerei in den Mittelpunkt zu stellen, geht es um die Verbindung verschiedener Destillate.

Genau dieses Konzept macht den The Speyside Connection 10 Jahre spannend.

Die Abfüllung verbindet verschiedene Speyside-Charaktere und versucht daraus ein eigenständiges Gesamtbild zu schaffen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die einzelne Brennerei, sondern das Ergebnis des Zusammenspiels.


Eine außergewöhnliche Whisky-Zusammensetzung

Besonders bemerkenswert ist die Kombination der verwendeten Destillate:

  • Macallan 35 Jahre
  • Tamdhu 20 Jahre
  • Macallan 10 Jahre

Damit treffen ausgesprochen reife Whiskykomponenten auf einen jüngeren Macallan.

Gerade diese Kombination kann für interessante Kontraste sorgen. Während die älteren Komponenten für Tiefe, Holzreife und komplexere Fruchtnoten stehen, bringt der jüngere Whisky zusätzliche Frische und einen ausgeprägteren Destilleriecharakter ein.

Die Reifung in Sherry Butts und Hogsheads verstärkt dabei die dunklere, fruchtige Seite des Blended Malts.

Das Ergebnis ist ein Whisky, bei dem Sherry, Frucht und Eiche klar im Mittelpunkt stehen.


Die Verkostung

Farbe: Schon optisch zeigt der The Speyside Connection 10 Jahre, wohin die Reise geht.

Im Glas präsentiert sich der Whisky in einem dunklen Bernstein- bis Kupferton. Die intensive Farbe passt hervorragend zu seinem angekündigten Sherrycharakter und lässt bereits einen kraftvollen und fruchtbetonten Whisky erwarten.


Aroma: In der Nase zeigt sich der The Speyside Connection ausgesprochen intensiv.

Sultaninen und Trockenfrüchte stehen im Mittelpunkt und werden von süßem Toffee begleitet. Dahinter erscheinen feine Zimtnoten und polierte Eiche.

Die Sherryprägung wirkt dabei warm und dicht, ohne die fruchtigen Komponenten vollständig zu überdecken.

Mit etwas Zeit im Glas entwickelt sich das Bouquet weiter. Süße, Würze und Holz verbinden sich zu einem tiefen und harmonischen Eindruck.

Gerade die Kombination aus Sultaninen, Toffee und Zimt vermittelt bereits in der Nase den Eindruck eines kräftigen und sehr sherrybetonten Speyside-Whiskys.


Geschmack: Am Gaumen zeigt der The Speyside Connection 10 Jahre dann seine ganze Kraft.

Der Antritt ist fruchtig, süß und intensiv. Lebendige Fruchtnoten treffen auf warmes Karamell und eine deutliche Zimtwürze.

Dazu kommt eine cremige und dichte Textur, die dem Whisky trotz seiner hohen Alkoholstärke eine bemerkenswerte Geschmeidigkeit verleiht.

Die gereiften Speyside-Komponenten bringen zusätzliche Tiefe ins Spiel. Besonders interessant ist dabei das Wechselspiel zwischen Frucht, Sherrysüße, Karamell und würziger Eiche.

Die Fassreifung zeigt sich deutlich, ohne dass der Whisky ausschließlich von Holz geprägt wird.


Der Abgang: Der Abgang ist lang, wärmend und würzig.

Die dunkle Sherrynote bleibt lange erhalten. Dazu kommen Rosinen, edles Holz und eine warme Gewürznote.

Besonders die Kombination aus Trockenfrüchten und Eiche sorgt für einen nachhaltigen Eindruck.

Mit der Zeit wird der Whisky trockener und würziger, bevor sich die letzten dunklen Fruchtnoten langsam verabschieden.

52 % vol. – Kraft mit Struktur

Diese Alkoholstärke gibt dem Whisky ordentlich Druck. Gleichzeitig sorgt die cremige Textur dafür, dass die Kraft nicht zum Selbstzweck wird.

Wer möchte, kann dem Whisky einige Tropfen Wasser gönnen. Gerade bei einer Abfüllung mit 52 % vol. kann sich dadurch das Aromenspektrum weiter öffnen.

Dabei würde ich allerdings zunächst unbedingt einen Dram pur probieren. Erst danach lässt sich beurteilen, ob und wie viel Wasser dem persönlichen Geschmack entspricht.


Was macht den The Speyside Connection 10 Jahre besonders?

Es ist vor allem die Zusammensetzung.

Ein Whisky, der Macallan 35 Jahre, Tamdhu 20 Jahre und Macallan 10 Jahre miteinander verbindet, erzählt eine ganz andere Geschichte als ein klassischer Single Malt.

Dabei darf man die Altersangabe nicht falsch verstehen: Die Bezeichnung 10 Jahre bedeutet bei einem Blended Malt beziehungsweise Whisky-Blend nicht, dass sämtliche verwendeten Komponenten zehn Jahre alt sind. Für die Altersangabe eines Scotch Whiskys ist grundsätzlich der jüngste enthaltene Whisky maßgeblich.

Das macht die Kombination aus den genannten älteren Komponenten besonders interessant.

Die Abfüllung zeigt damit sehr schön, wie beim Blending unterschiedliche Whiskycharaktere miteinander verbunden werden können.


Für wen eignet sich der The Speyside Connection 10 Jahre?

Dieser Blended Malt dürfte vor allem Whiskyfreunde ansprechen, die kräftige Sherrywhiskys mögen.

Wer dunkle Früchte, Sultaninen, Karamell, Schokolade, Zimt und Eiche schätzt, findet hier ein interessantes Aromenspiel.

Auch Freunde unabhängiger Abfüllungen kommen auf ihre Kosten. Die Small-Batch-Ausrichtung und die ungewöhnliche Zusammensetzung machen den Whisky zu einer spannenden Ergänzung für eine gut sortierte Whiskybar.

Für Einsteiger ist die Kombination aus hoher Alkoholstärke und intensiver Sherryprägung dagegen möglicherweise etwas anspruchsvoller.


Mein persönlicher Eindruck

Der The Speyside Connection 10 Jahre ist für mich vor allem wegen seiner ungewöhnlichen Zusammensetzung interessant.

Macallan 35 Jahre, Tamdhu 20 Jahre und Macallan 10 Jahre in einer Abfüllung zu verbinden, ist schon auf dem Papier eine spannende Idee. Im Glas steht dann vor allem die dunkle, süße und würzige Seite der Speyside im Mittelpunkt.

Sultaninen, Toffee, Zimt und Eiche bilden dabei das aromatische Fundament. Dazu kommt eine schöne Fruchtigkeit, die verhindert, dass der Whisky ausschließlich schwer und süß wirkt.

Die 52 % vol. passen meiner Meinung nach sehr gut zum Charakter dieser Abfüllung. Der Whisky besitzt Kraft, ohne dass diese Kraft die übrigen Aromen vollständig überlagert.

Für mich ist der The Speyside Connection 10 Jahre damit ein schönes Beispiel dafür, wie interessant ein Blended Malt sein kann, wenn unterschiedliche und teilweise sehr alte Whiskykomponenten miteinander verbunden werden.


Die Fakten

  • Whisky: The Speyside Connection 10 Jahre
  • Serie: Connections
  • Edition: 4. Ausgabe
  • Abfüller: North Star Spirits
  • Kategorie: Blended Malt Scotch Whisky
  • Herkunft: Speyside, Schottland
  • Altersangabe: 10 Jahre
  • Genannte Komponenten: Macallan 35 Jahre, Tamdhu 20 Jahre, Macallan 10 Jahre
  • Fässer: Sherry Butts & Hogsheads
  • Alkoholgehalt: 52 % vol.
  • Flaschengröße: 700 ml
  • Abfüllung: Small Batch
  • Charakter: fruchtig, sherrybetont, süß, würzig und kräftig

Fazit

Der The Speyside Connection 10 Jahre ist eine ungewöhnliche Speyside-Abfüllung, bei der nicht eine einzelne Brennerei, sondern das Zusammenspiel verschiedener Whiskykomponenten im Mittelpunkt steht.

Die Kombination aus Macallan 35 Jahre, Tamdhu 20 Jahre und Macallan 10 Jahre macht die vierte Ausgabe der Connections-Serie bereits konzeptionell interessant. Sherry Butts und Hogsheads verstärken die dunkle Frucht und sorgen für Noten von Sultaninen, Toffee, Zimt und Eiche.

Mit 52 % vol. bringt der Whisky außerdem ordentlich Kraft ins Glas.

Wer kräftige, sherrybetonte Speyside-Whiskys und unabhängige Small-Batch-Abfüllungen schätzt, dürfte an dieser ungewöhnlichen Verbindung viel zu entdecken haben.

Und genau das ist letztlich die Idee hinter einer Connections-Abfüllung: Nicht nur einzelne Whiskys zu betrachten, sondern zu erleben, was entsteht, wenn unterschiedliche Charaktere miteinander verbunden werden.

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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überarbeitet. Die Verkostungs- und Bewertungseindrücke geben die persönliche Einschätzung von Taunus Tastings wieder.



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