
Bruichladdich Port Charlotte Islay Barley
Islay-Terroir trifft auf kräftigen Torfrauch
Die Bruichladdich Distillery ist in vielerlei Hinsicht eine außergewöhnliche Brennerei. 1881 errichteten die Harvey-Brüder, die aus einer schottischen Whisky-Dynastie stammten, ein für die damalige Zeit hochmodernes Stillhaus. Die imposante viktorianische Architektur mit ihren hohen Brennblasen prägt das Bild der Brennerei bis heute.
Nach einer längeren Stilllegung zwischen 1994 und 2001 wurde Bruichladdich wieder zum Leben erweckt. Dabei setzte man bewusst auf traditionelle Herstellungsmethoden und auf die Idee, dass Herkunft und Terroir eines Whiskys eine wichtige Rolle spielen können.
Heute entstehen hier gleich mehrere sehr unterschiedliche Spirituosen: der ungetorfte Bruichladdich Single Malt, der kräftig getorfte Port Charlotte, der extrem stark getorfte Octomore sowie der Islay Dry Gin The Botanist.
Gerste von Islay – mehr als nur ein Rohstoff
Bei vielen Single Malts stammt die verwendete Gerste aus unterschiedlichen Regionen und wird von großen Mälzereien bezogen. Das ist absolut üblich und keineswegs ein Qualitätsmangel.
Bruichladdich verfolgt beim Port Charlotte Islay Barley jedoch einen anderen Ansatz.
Die Gerste für diesen Whisky stammt von mehreren Farmen auf Islay. Damit soll nicht nur die geografische Herkunft des Whiskys dokumentiert werden – vielmehr möchte Bruichladdich zeigen, welchen Einfluss die heimische Landwirtschaft und das Terroir auf den Charakter eines Single Malts haben können.
Verwendet wurden die Gerstensorten Oxbridge und Optic, die auf sechs Farmen auf Islay angebaut wurden.
Das macht den Port Charlotte Islay Barley zu einem Whisky, bei dem die Herkunft der Gerste ganz bewusst Teil der Geschichte ist.
Port Charlotte – Islay ohne Kompromisse
Port Charlotte steht bei Bruichladdich für die klassische, kräftig getorfte Seite der Brennerei.
Das Gerstenmalz für den Islay Barley wird auf etwa 40 ppm getorft. Damit bringt der Whisky eine deutliche Torf- und Rauchnote mit, ohne in die extreme Rauchintensität eines Octomore vorzudringen.
Abgefüllt wird der Whisky mit kräftigen 50 % vol.
Gerade diese Kombination aus kräftigem Torf, höherem Alkoholgehalt und der Verwendung von Islay-Gerste macht den Port Charlotte Islay Barley interessant.
Die Verkostung
Farbe: Antikes Gold
Im Glas zeigt sich ein warmes, sattes Gold, das bereits optisch einen gewissen Reife- und Fasscharakter vermittelt.
Aroma: Schon beim ersten Kontakt mit der Nase steht der Rauch deutlich im Mittelpunkt. Dahinter zeigen sich jedoch überraschend florale und fruchtige Nuancen.
Wildblumen treffen auf gedünstete Früchte, etwas Kiwi und eine maritime Note. Dazu kommt eine feine Seeluft, die den Islay-Charakter unterstreicht.
Der Rauch wirkt dabei nicht eindimensional, sondern wird von süßeren und fruchtigeren Aromen begleitet
Geschmack: Am Gaumen präsentiert sich der Port Charlotte komplex und ausgewogen.
Zunächst kommen die typischen Torfnoten deutlich zur Geltung. Danach entwickelt sich der Whisky weiter und bringt Zitronenschale, Vanille, Brotpudding und florale Aromen hervor.
Gerade der Wechsel zwischen kräftigem Rauch und den süßlich-fruchtigen sowie würzigen Komponenten macht den Whisky interessant.
Die 50 % vol. verleihen ihm dabei ausreichend Kraft, ohne die übrigen Aromen zu überdecken.
Abgang: Der Abgang ist lang und warm.
Der Torfrauch bleibt präsent und erinnert zum Schluss an ein Lagerfeuer am Strand. Eine sehr passende Schlussnote für einen Whisky, dessen Gerste und Identität eng mit Islay verbunden sind.
Wie schmeckt Islay-Terroir?
Der Port Charlotte Islay Barley ist vor allem für Whiskyfreunde interessant, die kräftigen Torfrauch mögen, aber gleichzeitig Wert auf eine differenzierte Aromatik legen.
Im Vergleich zu einem sehr stark getorften Whisky wie Octomore bleibt der Port Charlotte zugänglicher. Gleichzeitig bietet er deutlich mehr Rauch und maritime Würze als die ungetorften Bruichladdich-Abfüllungen.
Wer den klassischen Islay-Stil mit Rauch, Meer und Torf liebt und gleichzeitig gerne Whiskys mit einem klaren Herkunftsbezug probiert, sollte den Port Charlotte Islay Barley auf jeden Fall einmal ins Glas bekommen.
So würde ich ihn genießen
Bei 50 % vol. funktioniert der Whisky hervorragend zunächst pur. Ein paar Tropfen Wasser können anschließend interessant sein und dabei helfen, einzelne fruchtige und florale Nuancen stärker herauszuarbeiten.
Für eine Verkostung würde ich ihn zunächst ohne Wasser probieren und erst danach vorsichtig verdünnen.
Die Fakten
- Herkunft: Islay, Schottland
- Abfüller: Bruichladdich
- Abfüllung: Port Charlotte Islay Barley
- Alter: NAS – ohne Altersangabe
- Gerste: Islay Barley
- Gerstensorten: Oxbridge und Optic
- Herkunft der Gerste: sechs Farmen auf Islay
- Torfgehalt des Malzes: ca. 40 ppm
- Alkohol: 50 % vol.
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Mein persönlicher Eindruck
Der Port Charlotte Islay Barley verbindet zwei Dinge, die für Bruichladdich inzwischen fast schon charakteristisch sind: die konsequente Beschäftigung mit der Herkunft der Rohstoffe und einen eigenständigen Umgang mit dem Thema Torf.
Besonders gefällt mir die Kombination aus kräftigem Rauch und den dahinterliegenden fruchtigen, floralen und maritimen Aromen. Der Whisky wirkt dadurch nicht wie ein reiner „Rauchhammer“, sondern zeigt trotz seiner deutlichen Torfnote mehrere Facetten.
Die Idee, Gerste von Islay zu verwenden, verleiht der Abfüllung zudem eine besondere Identität. Ob man den Einfluss des Terroirs tatsächlich eindeutig herausschmecken kann, bleibt sicherlich eine interessante Diskussion. Fest steht für mich aber: Der Port Charlotte Islay Barley ist ein charaktervoller und eigenständiger Islay Single Malt.
Fazit
Der Bruichladdich Port Charlotte Islay Barley ist ein Whisky für Freunde kräftiger Islay-Aromen, die neben Torf und Rauch auch Frucht, Blüten und maritime Nuancen entdecken möchten.
Mit 50 % vol., rund 40 ppm und Islay-Gerste bringt er ordentlich Charakter ins Glas. Besonders spannend ist dabei die Verbindung zwischen Landwirtschaft, Herkunft und Whiskyproduktion.
Ein kräftiger, maritimer und zugleich erstaunlich vielschichtiger Port Charlotte, der zeigt, dass Islay nicht nur im Fass, sondern bereits auf dem Feld beginnen kann.
Sample
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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überarbeitet. Die Verkostungs- und Bewertungseindrücke geben die persönliche Einschätzung von Taunus Tastings wieder.
