Eine Flasche Laphroaig Sherry Oak 10 Jahre, im Hintergrund Gebäude der Brennerei

Laphroaig Sherry Oak 10 Jahre

Rauchiger Islay-Charakter trifft auf süße Sherry-Noten

Wenn es um typisch rauchige Whiskys von der Insel Islay geht, führt kaum ein Weg an Laphroaig vorbei. Die Brennerei steht wie kaum eine andere für intensive Torfrauch-, Jod- und medizinische Aromen. Mit dem Laphroaig Sherry Oak 10 Jahre bekommt dieser charakteristische Stil eine zusätzliche süße und würzige Dimension durch die Sherryfassreifung.

Das Ergebnis ist ein Whisky, der die unverwechselbare Laphroaig-DNA mit dunkleren, süßeren und würzigeren Aromen verbindet.

Die Geschichte der Laphroaig Destillerie

Die offizielle Gründung der Laphroaig Destillerie wird auf das Jahr 1815 datiert. Es gibt allerdings Überlieferungen, nach denen die Brüder Alexander und Donald Johnston bereits um 1810 mit dem Aufbau einer Anlage begonnen haben sollen, als sie auf dem Gebiet zunächst Landwirtschaft betrieben.

Offiziell registriert wurde die Brennerei 1826. Zu diesem Zeitpunkt war Laphroaig nach den bekannten Überlieferungen bereits seit mehreren Jahren in Betrieb.

Donald und Alexander Johnston führten die Brennerei zunächst gemeinsam. 1836 zahlte Donald seinen Bruder aus und übernahm die alleinige Kontrolle. Tragischerweise verstarb Donald Johnston 1847 nach einem Arbeitsunfall in der Brennerei.

Die Leitung übernahm daraufhin Walter Graham, der damalige Manager der benachbarten Lagavulin Destillerie. 1857 ging die Führung an Dugald Johnston, Donalds Sohn, zurück. Nach dessen Tod 1877 wurde die Brennerei von seiner Schwester Isabella und ihrem Ehemann Alexander weitergeführt.

Ian Hunter und die Entwicklung von Laphroaig

Eine besonders wichtige Rolle in der Geschichte der Brennerei spielte Ian Hunter. Er kam 1908 nach Islay, um seine Familie bei der Führung von Laphroaig zu unterstützen.

Hunter prägte die weitere Entwicklung der Destillerie entscheidend. 1923 verdoppelte er die Zahl der Brennblasen von zwei auf vier. Nach dem Tod von Isabella und Catherine im Jahr 1928 wurde Hunter schließlich alleiniger Eigentümer.

1950 gründete er die D. Johnston & Company, die fortan Eigentümerin von Laphroaig war. Nach Hunters Tod 1954 übernahm seine langjährige Sekretärin Bessie Williamson die Leitung der Brennerei.

Unter ihrer Führung begann eine weitere wichtige Phase in der Geschichte von Laphroaig. 1967 wurde die Destillerie von Seager Evans übernommen. Damit stand erstmals eine Person außerhalb der Johnston-Familie an der Spitze der Brennerei.

1975 folgte die Übernahme durch Whitbread & Co. und 1989 der Verkauf der Spirituosensparte an Allied Distillers.

Der Royal Warrant

Ein besonderer Moment in der Geschichte von Laphroaig folgte 1994: Die Brennerei erhielt den Royal Warrant von Prinz Charles.

Für eine schottische Whiskybrennerei ist eine solche Auszeichnung von großer Bedeutung und unterstreicht die besondere Stellung, die Laphroaig inzwischen erreicht hatte.

2005 wurde die Destillerie von Fortune Brands übernommen. Nach weiteren Veränderungen innerhalb des Spirituosengeschäfts gehört Laphroaig heute zum Suntory-Konzern.

Laphroaig Sherry Oak 10 Jahre – die Reifung

Der Laphroaig Sherry Oak 10 Jahre verbindet mehrere Fassarten miteinander. Der Whisky reift zunächst sowohl in Bourbon- als auch in Sherryfässern.

Anschließend erhält er ein zusätzliches Oloroso-Sherry-Finish in europäischen Eichenfässern.

Gerade dieses zusätzliche Finish sorgt für einen interessanten Kontrast zum klassischen Laphroaig-Stil. Die kräftigen Torf- und Rauchnoten bleiben erhalten, während die Sherryreifung süße, würzige und dunklere Aromen in den Whisky bringt.

So treffen medizinischer Rauch, Jod und Teer auf Honig, Karamell und dunkle Schokolade.

Tasting Notes

Aroma: Der erste Eindruck ist süß-rauchig und medizinisch. Honig und aromatische Nelken verbinden sich mit gegrilltem Räucherspeck.

Im Hintergrund zeigen sich Leder, Jod, Kiefer und Teer. Ein ausgesprochen typischer Laphroaig-Charakter, der durch die süßeren Sherryaromen etwas runder und vielschichtiger wirkt.

Geschmack: Am Gaumen beginnt der Whisky süß und leicht wachsig. Dazu gesellen sich Noten von Möbelpolitur und Karamellsirup.

Mit etwas Zeit entwickeln sich Ahornsirup und dunkle Schokolade. Gleichzeitig bleiben die kräftigeren Aromen erhalten: Bleistiftspäne, Kiefernnadeln und Zedernholz sorgen für eine trockene, würzige und leicht harzige Komponente.

Abgang:  Der Abgang ist lang und süß-würzig. Honig und Gewürze bleiben zunächst präsent, bevor sich die charakteristischen medizinischen Noten von Laphroaig wieder deutlich in den Vordergrund schieben.

Gerade dieses Zusammenspiel aus Süße, Würze, Rauch und medizinischem Charakter macht den Abgang interessant.

Unser Fazit

Der Laphroaig Sherry Oak 10 Jahre ist eine spannende Variante des klassischen Laphroaig-Stils. Wer die typische Islay-Rauchigkeit liebt, bekommt hier zusätzliche Ebenen durch die Sherryreifung und das Oloroso-Finish.

Besonders gelungen ist der Wechsel zwischen medizinischem Torfrauch und süßen Sherrynoten. Honig, Karamell, dunkle Schokolade und Ahornsirup stehen neben Jod, Teer, Kiefer und Rauch.

Damit ist dieser Laphroaig sicherlich kein Whisky für Einsteiger, die mit kräftigem Torfrauch wenig anfangen können. Für Freunde intensiver Islay-Malts bietet er dagegen eine interessante Kombination aus Rauch, Süße und Würze.

Ein kraftvoller und charakterstarker Laphroaig, der den klassischen Islay-Stil mit einer deutlich süßeren Sherry-Dimension verbindet.

Transparenzhinweis

Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn Du auf einen solchen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich vom betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für Dich verändert sich der Preis dadurch nicht.

Des Weiteren enthält der Beitrag unbezahlte Werbung aufgrund von Namensnennungen.