Eine Flasche Glenburgie Signatory Vintage – Symington’s Choice 30 Jahre 1995/2026 im Fasskeller

Glenburgie Signatory Vintage – Symington’s Choice 30 Jahre 1995/2026

Ein seltener Blick auf einen unterschätzten Speyside-Malt

Manche Brennereien sind Whisky-Liebhabern bestens bekannt, obwohl ihre eigenen Single Malts lange Zeit eher im Hintergrund standen. Glenburgie gehört genau zu dieser Kategorie.

Die in der Speyside gelegene Destillerie ist vor allem als wichtiger Bestandteil verschiedener Blends bekannt. Besonders für Ballantine’s spielt Glenburgie eine bedeutende Rolle. Eigenständige Abfüllungen der Brennerei sind dagegen deutlich seltener zu finden.

Umso spannender ist es, wenn ein unabhängiger Abfüller ein außergewöhnliches Fass auswählt. Die vorliegende Abfüllung von Signatory Vintage aus der Serie Symington’s Choice ist dafür ein hervorragendes Beispiel.

Der Whisky wurde am 5. September 1995 bei Glenburgie destilliert und durfte zunächst über drei Jahrzehnte reifen. Anschließend erhielt er ein Finish in einem 1st Fill Pedro-Ximénez-Hogshead mit der Fassnummer 201.

Im Juni 2026 wurde dieser außergewöhnliche Single Malt schließlich nach rund 30 Jahren Reifezeit mit 47,4 % Vol. abgefüllt. Die Auflage ist auf lediglich 343 Flaschen limitiert.

Ein Whisky, der damit bereits aufgrund seiner Eckdaten neugierig macht.


Glenburgie – eine Destillerie mit bewegter Geschichte

Die Geschichte von Glenburgie reicht bis ins Jahr 1810 zurück. Damals gründete William Paul die Brennerei unter dem Namen Kilnflat Distillery.

Die frühen Jahre waren allerdings alles andere als ruhig. Bis 1829 wurde dort sogar illegal destilliert. 1870 musste die Brennerei schließlich schließen.

Erst 1878 nahm Charles Kay die Produktion wieder auf und gab der Destillerie den Namen, unter dem sie bis heute bekannt ist: Glenburgie.

Doch auch danach blieb die Geschichte von zahlreichen Besitzerwechseln und Produktionsunterbrechungen geprägt. 1884 übernahm Alexander Fraser & Co. die Brennerei. Als das Unternehmen 1925 Konkurs anmeldete, stand die Produktion erneut für zwei Jahre still.

Das folgende Jahrzehnt war von Fusionen, Besitzerwechseln und weiteren Produktionsstopps geprägt.

1936 kam schließlich ein wichtiger Wendepunkt: Hiram Walker übernahm Glenburgie und nahm die Produktion wieder auf.


Glenburgie und der außergewöhnliche Glencraig

Eine interessante Episode der Brennereigeschichte begann 1958.

Damals wurden bei Glenburgie zwei sogenannte Lomond Stills installiert. Mit diesen Brennblasen produzierte die Brennerei einen zusätzlichen Malt Whisky namens Glencraig.

Obwohl Glenburgie und Glencraig auf demselben Gelände produziert wurden, hielt man die beiden Whiskytypen während der Herstellung vollständig getrennt.

Glencraig blieb letztlich eine eher kurze Episode in der Geschichte der Destillerie. Die Lomond Stills wurden später wieder entfernt.


Der Weg ins moderne Zeitalter

1987 ging Glenburgie in den Besitz von Allied Lyons über.

Das 21. Jahrhundert brachte dann umfangreiche Veränderungen. 2002 erschien erstmals eine offizielle Glenburgie-Single-Malt-Abfüllung – ein 15 Jahre alter Whisky.

2004 wurde die Destillerie für rund 4,5 Millionen Pfund umfassend renoviert. Vom ursprünglichen Gebäudebestand blieben dabei im Wesentlichen nur die Brennblasen und das Zollhaus erhalten.

Nach der Fusion von Allied Domecq mit Pernod Ricard kamen die Chivas Brothers als neue Besitzer ins Spiel.

2006 wurde die Produktionskapazität erneut erweitert. Die Anzahl der Brennblasen wurde von vier auf sechs erhöht.

Heute ist Glenburgie vor allem als wichtiger Bestandteil der Ballantine’s-Whiskys bekannt. Die Destillerie produziert damit einen Whisky, der für einen großen internationalen Blend eine wichtige Rolle spielt, dessen Charakter als Single Malt aber noch immer vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit erhält.


Signatory Vintage – Symington’s Choice

Bei unabhängigen Abfüllern steht nicht die Marke allein im Mittelpunkt, sondern vor allem das einzelne Fass.

Signatory Vintage gehört zu den bekanntesten unabhängigen Abfüllern Schottlands und hat sich über Jahrzehnte einen hervorragenden Ruf für ausgewählte Einzelfassabfüllungen aufgebaut.

Mit der Serie Symington’s Choice werden besonders interessante Fässer ausgewählt, die sich an erfahrene Whisky-Liebhaber richten.

Der Glenburgie 1995 ist dabei eine ausgesprochen interessante Wahl.

Die wichtigsten Fakten

Destillerie: Glenburgie
Abfüller: Signatory Vintage
Serie: Symington’s Choice
Destillation: 5. September 1995
Abfüllung: Juni 2026
Alter: 30 Jahre
Fass: 1st Fill Pedro-Ximénez Hogshead, Fassnummer 201
Alkohol: 47,4 % Vol.
Abfüllung: unfiltriert und ungefärbt
Auflage: 343 Flaschen

Allein diese Kombination macht deutlich, dass wir es hier nicht mit einem alltäglichen Speyside-Whisky zu tun haben.


Das PX-Finish – Süße trifft auf Reife

Besonders interessant ist das 1st Fill Pedro-Ximénez-Fass, in dem der Glenburgie sein Finish erhielt.

Pedro Ximénez – kurz PX – steht für besonders süße, dunkle Sherry-Aromen. Datteln, Rosinen, dunkle Früchte, Schokolade und Sirup gehören zu den typischen Eindrücken, die ein solches Fass in einen Whisky bringen kann.

Bei einem bereits 30 Jahre gereiften Whisky muss dieses Fass allerdings mit Fingerspitzengefühl eingesetzt werden.

Und genau hier liegt der Reiz dieser Abfüllung: Die lange Reifezeit sorgt für die nötige Tiefe, während das PX-Finish zusätzliche dunkle Fruchtigkeit und Süße einbringt.


Tasting Notes

Aroma: Schon in der Nase zeigt der Glenburgie seine reife und fruchtbetonte Seite.

Aprikose und Pfirsich bilden den Auftakt. Dahinter erscheinen Datteln und Rosinen, die deutlich auf den Einfluss des PX-Fasses hinweisen.

Dazu gesellen sich Honig und Vanille, die für eine angenehme Süße sorgen.

Das Aroma wirkt dabei nicht überladen. Vielmehr entsteht ein harmonisches Zusammenspiel aus heller Steinfrucht, dunklen Trockenfrüchten und süßen Fassnoten.

Ein ausgesprochen einladender Duft.

Geschmack: Am Gaumen verändert sich das Bild.

Nun treten dunkle Schokolade und Toffee stärker in den Vordergrund. Die Süße wirkt dabei angenehm weich und wird von reifen Pflaumen begleitet.

Eine feine Zimtwürze sorgt für einen schönen Kontrast.

Besonders gelungen ist das Zusammenspiel zwischen Süße und Würze. Der Whisky wirkt trotz seines hohen Alters nicht müde oder eindimensional, sondern besitzt weiterhin eine angenehme Lebendigkeit.

Die 47,4 % Vol. geben ihm zudem genügend Kraft, ohne die Fruchtigkeit zu überdecken.

Abgang: Der Abgang ist lang anhaltend und setzt die zuvor aufgebaute Aromatik konsequent fort.

Dunkle Früchte und eine dezente Süße bleiben zunächst präsent.

Danach kommt eine feine Holzwürze hinzu, die an das hohe Alter des Whiskys erinnert.

Die Süße zieht sich langsam zurück und macht Platz für trockener werdende Gewürz- und Eichennoten.

Ein schöner, langer Abschluss.


30 Jahre Reife – was bringt das Alter?

30 Jahre auf dem Fass sind bei einem Single Malt immer etwas Besonderes.

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Charakter eines Whiskys. Frische und jugendliche Aromen treten häufig etwas zurück, während sich komplexere Frucht-, Holz-, Gewürz- und Fassnoten entwickeln.

Beim Glenburgie 1995 funktioniert dieses Zusammenspiel ausgesprochen gut.

Die helle Fruchtigkeit von Aprikose und Pfirsich erinnert noch an den ursprünglichen Charakter des Destillats. Datteln, Rosinen, Schokolade und Toffee zeigen dagegen deutlich den Einfluss der langen Reife und des PX-Fasses.

Dadurch entsteht ein Whisky mit mehreren aromatischen Ebenen.


Für wen eignet sich der Glenburgie 30 Jahre?

Diese Abfüllung richtet sich klar an erfahrene Whisky-Liebhaber.

Wer vor allem frische, leichte und unkomplizierte Speyside-Malts bevorzugt, könnte ihn als vergleichsweise komplex empfinden.

Wer dagegen gerne ältere Whiskys mit intensiver Fruchtigkeit, Sherryeinflüssen und würziger Tiefe entdeckt, dürfte hier seine Freude haben.

Besonders interessant ist der Glenburgie auch für Sammler unabhängiger Abfüllungen. Die Kombination aus 30 Jahren Alter, 1995er Jahrgang, PX-Finish und einer Auflage von nur 343 Flaschen macht ihn zu einer bemerkenswerten Abfüllung.


Mein persönlicher Eindruck

Der Glenburgie 30 Jahre von Signatory Vintage zeigt sehr schön, welches Potenzial in einer Destillerie steckt, die als Single Malt oftmals deutlich weniger Aufmerksamkeit bekommt als die großen Namen der schottischen Whiskywelt.

Besonders gefällt mir die Verbindung aus reifer Steinfrucht und den dunkleren Aromen des PX-Fasses.

Aprikose und Pfirsich sorgen für Frische, während Datteln, Rosinen, Schokolade, Toffee und Pflaumen für Tiefe sorgen.

Die Zimtnote bringt zusätzlich Würze ins Spiel und verhindert, dass der Whisky zu süß wirkt.

Dabei ist die Fassauswahl entscheidend: Das PX-Finish unterstützt den 30 Jahre alten Glenburgie, ohne seine Grundcharakteristik vollständig zu überdecken.

Ein ausgesprochen spannender Single Malt für alle, die gerne etwas abseits der bekannten Whisky-Pfade unterwegs sind.


Taunus Tastings Bewertung

Aroma: 9,0/10
Reife Steinfrüchte, Datteln, Rosinen, Honig und Vanille – komplex und sehr einladend.

Geschmack: 9,1/10
Dunkle Schokolade, Toffee, Pflaumen und Zimt. Kraftvoll, cremig und hervorragend ausbalanciert.

Abgang: 9,0/10
Lang, würzig und fruchtig mit dezenter Süße und feiner Holznote.

Balance & Komplexität: 9,2/10
30 Jahre Reife und das PX-Finish ergeben ein sehr interessantes und vielschichtiges Gesamtbild.

Preis-Leistung: 8,3/10
Eine limitierte 30-jährige Einzelfassabfüllung ist naturgemäß kein Whisky für den kleinen Geldbeutel. Für Liebhaber besonderer unabhängiger Abfüllungen kann sie dennoch sehr interessant sein.

🥃 Gesamtwertung: 9,1/10


Fazit

Der Glenburgie Signatory Vintage – Symington’s Choice 30 Jahre 1995/2026 ist ein beeindruckender Speyside Single Malt mit einer gelungenen Verbindung aus langer Reife und gezieltem PX-Finish.

Aprikose, Pfirsich, Datteln und Rosinen eröffnen das Aromenspiel. Am Gaumen folgen dunkle Schokolade, Toffee und reife Pflaumen, bevor Zimt und feine Holzwürze den langen Abgang begleiten.

Besonders schön ist, dass die Abfüllung trotz ihrer 30 Jahre nicht ausschließlich von Eiche geprägt wird. Die Fruchtigkeit bleibt erhalten und bildet gemeinsam mit den dunkleren Sherryaromen ein harmonisches Gesamtbild.

343 Flaschen machen diesen Glenburgie zudem zu einer ausgesprochen limitierten Abfüllung.

Für mich ein sehr gelungenes Beispiel dafür, warum es sich lohnt, auch einmal abseits der großen und bekannten Destillerien nach besonderen Einzelfässern zu suchen.

Ein gereifter Speyside-Malt mit Charakter, Tiefe und einem wunderbar abgestimmten PX-Finish. 🥃

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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überarbeitet. Die Verkostungs- und Bewertungseindrücke geben die persönliche Einschätzung von Taunus Tastings wieder.