
Illustrationsbild – erstellt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz.
Glenmorangie 23 Jahre Dr. Bill Lumsden x Azuma Makoto – Shinra Bansho
Manchmal entsteht ein Whisky nicht einfach aus der Idee, einen besonders alten Single Malt abzufüllen. Manchmal wird daraus ein Zusammenspiel von Whisky, Kunst und Natur.
Der Glenmorangie Dr. Bill Lumsden x Azuma Makoto 23 Jahre ist genau so eine Abfüllung. Gemeinsam mit dem japanischen Botanikkünstler Azuma Makoto schuf Glenmorangies Director of Whisky Creation, Dr. Bill Lumsden, einen außergewöhnlichen Single Malt, der die Vielfalt und Schönheit der Natur ins Glas bringen soll.
Der Whisky wurde 2024 als äußerst seltene Limited Edition vorgestellt. Seine Besonderheit liegt nicht allein im Alter von 23 Jahren, sondern vor allem in der ungewöhnlichen Kombination verschiedener Reifungen und der dahinterstehenden künstlerischen Idee.
Glenmorangie – Whisky aus dem „Tal der Ruhe“
Die Geschichte von Glenmorangie reicht offiziell bis ins Jahr 1843 zurück. Damals begannen William Matheson und seine Frau Anne mit dem Aufbau der Brennerei in Tain in den schottischen Highlands.
Der Name Glenmorangie wird häufig mit „Valley of Tranquility“ – Tal der Ruhe übersetzt. Die Brennerei liegt am Dornoch Firth und ist seit jeher eng mit der Landschaft der nördlichen Highlands verbunden. Hinweise auf frühere, teilweise illegale Whiskyproduktion in der Region reichen allerdings noch deutlich weiter zurück.
Eine Besonderheit von Glenmorangie sind die außergewöhnlich hohen Brennblasen. Sie gehören zu den höchsten in Schottland und tragen dazu bei, einen besonders leichten, eleganten und fruchtigen New Make Spirit zu erzeugen.
Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich Glenmorangie zu einer der bekanntesten Highland-Destillerien. 2004 wurde die Brennerei schließlich von Moët Hennessy, der Weine- und Spirituosensparte des französischen Luxuskonzerns LVMH, übernommen.
Unter der Leitung von Dr. Bill Lumsden entwickelte Glenmorangie seine Vorliebe für außergewöhnliche Fassreifungen und kreative Whiskyexperimente konsequent weiter.
Und genau diese Experimentierfreude findet sich auch in dieser besonderen Abfüllung wieder.
Dr. Bill Lumsden trifft Azuma Makoto
Für diese Limited Edition arbeitete Dr. Bill Lumsden mit dem japanischen Botanikkünstler Azuma Makoto zusammen.
Makoto ist bekannt für seine außergewöhnlichen Arbeiten mit Pflanzen und Blumen. Seine Kunst beschäftigt sich immer wieder mit der Vergänglichkeit, Schönheit und Komplexität der Natur.
Das gemeinsame Projekt trägt den Namen „Shinra Bansho“.
Der japanische Begriff beschreibt sinngemäß alles, was in der Natur und im Universum existiert. Genau diese Idee sollte sich auch im Whisky widerspiegeln.
Azuma Makoto entwickelte passend zum Whisky ein botanisches Kunstwerk, das anschließend die Gestaltung der Verpackung prägt. Glenmorangie beschreibt die Zusammenarbeit deshalb nicht einfach als Gestaltung einer Sonderedition, sondern als künstlerische Auseinandersetzung mit den natürlichen Elementen, die den Whisky charakterisieren.
Die Reifung – zwei Whiskys, eine Komposition
Für den 23 Jahre alten Glenmorangie verwendete Dr. Bill Lumsden zwei unterschiedliche Whiskykomponenten.
Der erste Teil reifte lange in ehemaligen Bourbonfässern. Dadurch entwickelt der Whisky die für Glenmorangie typischen Zitrus-, Vanille- und Fruchtnoten.
Der zweite Whisky ist besonders interessant: Er wurde in Fässern veredelt, die zuvor Chardonnay-Weißwein aus der französischen Appellation Meursault im Burgund enthielten.
Es handelt sich dabei um eine Premiere für Glenmorangie. Dieser Chardonnay-Fassausbau bringt florale, erdige und komplexe Weinnoten in die Komposition. Anschließend wurden beide Whiskys miteinander vermählt.
Das Ergebnis ist ein 23 Jahre alter Single Malt mit 46 % vol., der laut Hersteller nicht kühlfiltriert wurde.
Verkostung
Farbe: Tiefes Kupfer
Ein intensiver, warmer Farbton, der bereits auf eine lange Reifung und die komplexe Fassgeschichte des Whiskys schließen lässt.
Aroma: Schon beim ersten Riechen zeigt sich ein ausgesprochen komplexes und vielschichtiges Bild.
Üppige Früchte treffen auf würzige Eiche und geröstete Kastanien. Gleichzeitig entsteht eine erdige Note, die an feuchten Waldboden erinnert.
Mit etwas Wasser öffnet sich der Whisky weiter. Frische Kräuter und zarte florale Aromen treten hervor. Dazu gesellen sich Anklänge von Weihrauch und Wein.
Besonders spannend ist hier das Zusammenspiel aus Frucht, Holz, Erde und floralen Nuancen. Die Nase wirkt weniger wie ein klassischer, süßer Glenmorangie, sondern deutlich erwachsener und komplexer.
Geschmack: Am Gaumen überrascht zunächst ein fast wachsartiges Mundgefühl.
Darauf folgen süß-fruchtige Aromen von Honig, Zitrone und Birne. Eine feine Note von Kakaopulver bringt zusätzliche Tiefe.
Im weiteren Verlauf treten holzige und balsamische Eindrücke hinzu. Die zuvor eher fruchtige Seite wird dadurch zunehmend erdiger und würziger.
Die 46 % vol. stehen dem Whisky dabei ausgesprochen gut. Er wirkt kraftvoll genug, um die zahlreichen Aromen zu transportieren, ohne seine Eleganz zu verlieren.
Abgang: Der Abgang ist ungemein weich und anhaltend.
Eukalyptus sorgt für eine frische, leicht kühlende Note. Dazu kommen geröstetes Eichenholz und sonnenverwöhnte Zitrone.
Die Frucht verschwindet nur langsam und macht schließlich Platz für die würzig-holzigen und balsamischen Eindrücke.
Ein bemerkenswert langer und eleganter Abschluss.
Shinra Bansho – Natur als Inspiration
Was diesen Glenmorangie besonders macht, ist die Verbindung zwischen dem Whisky und der Kunst.
Die Aromen erinnern tatsächlich an unterschiedliche Facetten einer natürlichen Landschaft: Zitrusfrüchte, Blumen, Kräuter, feuchter Waldboden, Holz und Gewürze.
Das Konzept von Shinra Bansho wird dadurch nicht nur über die Verpackung vermittelt. Es findet sich auch in der sensorischen Vielfalt des Whiskys wieder.
Dr. Bill Lumsden hat dafür keinen möglichst spektakulären Whisky geschaffen. Vielmehr geht es um Tiefe, Nuancen und das Zusammenspiel verschiedener Eindrücke.
Das passt hervorragend zu Glenmorangies grundsätzlicher Philosophie, mit unterschiedlichen Fassarten zu experimentieren und die Grenzen dessen auszuloten, was aus dem eigenen Single Malt entstehen kann.
Ein Whisky für Genießer
Der Glenmorangie 23 Jahre x Azuma Makoto richtet sich eindeutig an Whiskyfreunde, die komplexe und ungewöhnliche Abfüllungen zu schätzen wissen.
Wer vor allem den klassischen, leichten und fruchtigen Glenmorangie-Stil sucht, dürfte überrascht sein. Diese Abfüllung wirkt deutlich tiefer und erwachsener.
Besonders interessant ist sie für Genießer, die gerne Whisky mit Wein- bzw. Chardonnay-Fasseinfluss entdecken möchten.
Auch die Kombination aus Zitrusfrucht, Birne, Honig, Kakao, Kräutern und erdigen Holznoten macht ihn zu einem Whisky, bei dem sich ein längeres Verweilen im Glas lohnt.
Hier sollte man nichts überstürzen.
Mein Fazit
Der Glenmorangie 23 Jahre Dr. Bill Lumsden x Azuma Makoto ist weit mehr als eine weitere limitierte Sonderabfüllung.
Er verbindet langjährige Whiskytradition, außergewöhnliche Fassreifung und japanische Botanikkunst zu einem Gesamtkonzept.
Besonders beeindruckt mich die Balance zwischen den fruchtig-zitrischen Glenmorangie-Noten und den erdig-würzigen Aromen des Chardonnay-Fasseinflusses. Honig, Birne und Zitrone sorgen für Süße und Frische, während Kakao, Eiche, Kräuter und Waldboden dem Whisky seine Tiefe verleihen.
Die 23 Jahre merkt man ihm durchaus an – nicht unbedingt durch Schwere, sondern durch Ruhe, Komplexität und eine beeindruckende aromatische Entwicklung.
Für mich ist dies ein Whisky, bei dem die Zusammenarbeit zwischen Künstler und Whisky-Maker tatsächlich Sinn ergibt. Shinra Bansho ist nicht nur ein Name auf der Verpackung, sondern lässt sich im Glas nachvollziehen.
Taunus-Tastings-Bewertung
| Kategorie | Bewertung |
| Aroma | 9/10 |
| Geschmack | 9/10 |
| Abgang | 9/10 |
| Balance & Komplexität | 9,5/10 |
| Preis-Leistung | 7/10 |
| Gesamt | 8,7/10 |
Die wichtigsten Fakten
- Whisky: Glenmorangie Dr. Bill Lumsden x Azuma Makoto 23 Jahre
- Destillerie: Glenmorangie
- Region: Highlands, Schottland
- Alter: 23 Jahre
- Alkoholgehalt: 46 % vol.
- Fassreifung: Ex-Bourbonfässer sowie Whisky mit Finish in Chardonnay-Fässern
- Chardonnay-Fässer: Meursault, Burgund
- Abfüllung: Limited Edition
- Künstler: Azuma Makoto
- Whisky Creation: Dr. Bill Lumsden
- Besonderheit: nicht kühlfiltriert
Schlussgedanke
Manchmal erzählt ein Whisky eine Geschichte. Dieser hier erzählt von der Natur.
Von Zitrusfrüchten und Blumen, von feuchter Erde und Holz, von Kräutern und Gewürzen. Und vielleicht ist genau das die größte Stärke dieses außergewöhnlichen Glenmorangie: Er versucht nicht, die Natur zu kopieren – er lässt sie auf seine eigene Art im Glas entstehen.
Ein seltener Whisky für einen besonderen Moment.
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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überarbeitet. Die Verkostungs- und Bewertungseindrücke geben die persönliche Einschätzung von Taunus Tastings wieder.
